Im Polizeiauto ohne Mund-Nasen-Bedeckung.

Eigentlich wollte die CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus nur die Arbeit der Polizei in Corona-Zeiten loben. Auf Twitter stellte sie ein Bild von sich und Beamten im Streifenwagen - alle ohne Maske. Keine gute Idee, wie Claus wenig später selbst befand.

Es war ein Austausch über die Polizeiarbeit in Frankfurt "auch und insbesondere in Zeiten von Corona", vermeldete am Mittwoch der Twitter-Account der CDU-Fraktion des Landtags: Zu sehen war ein Foto der Fraktionsvorsitzenden Ines Claus auf der Rückbank eines Streifenwagens. Sie und die beiden Beamten lächeln in die Kamera.

In Zeiten von Corona ein eher ungewohntes Bild: Weder Claus noch die beiden Polizisten tragen auf dem Schnappschuss einen Mundschutz. "Streife fahren im Bahnhofsviertel" lautete die Überschrift, #Sicherheit.

Ein gefundenes Fressen für den politischen Gegner, der daraus schnell ein Quiz bastelte: "Was fehlt der Vorsitzenden der @cdu_fraktion auf diesem Bild am allermeisten? a) Der Sicherheitsgurt b) Die Mund-Nasen-Bedeckung c) Die Vorbildfunktion", tweetete die SPD Hessen.

Achtung, Gewinnspiel: Was fehlt der Vorsitzenden der @cdu_fraktion auf diesem Bild am allermeisten? a) Der Sicherheitsgurt b) Die Mund-Nasen-Bedeckung c) Die Vorbildfunktion Für die erste richtige Antwort gibt's eine Original-Mund-Nasen-Maske mit SPD-Logo. Und viel Lob. https://t.co/h4rXXDvMWi

[zum Tweet]

Nachfragen beim Pressesprecher der CDU-Fraktion, Bastian Zander, ergeben: Der Vorfall sei eine absolute Ausnahme, und wohl 'im Eifer des Gefechts' passiert. Wenig später folgte die Entschuldigung von Ines Claus auf Twitter: "Tut mir leid. Mir ist ein Fehler passiert. Kurz vorm Aussteigen, nach vorne gesetzt - Tür schon auf, Auto stehend - Foto gemacht."

Tweet Claus Entschuldigung

Dass es auch anders geht, zeigte die CDU-Fraktion wenig später. Da tweetete sie Bilder von Claus' Besuch bei der Polizeidirektion Mitte in Frankfurt und bei einem Kurzbesuch beim SEK: Alle tragen vorbildlich Maske beziehungsweise stehen in ausreichend großem Corona-Abstand zueinander.

Der Vorfall erinnert ein bisschen an das Malheur, das vor einigen Monaten unter #Fahrstuhlgate bundesweit bekannt wurde.

Voller Aufzug: Jens Spahn (2.vl), Helge Braun (5.vl), Volker Bouffier (6.vl), Michael Bußer (7.vl) und Kai Klose (rechts) im Aufzug.

Damals quetschten sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Kanzleramtsminister Helge Braun, Ministerpräsident Volker Bouffier, Regierungssprecher Michael Bußer (alle CDU) und Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) zusammen mit einigen Ärzten in einen Aufzug der Uniklinik Gießen.