Sven Simon, bei seiner Vostellungsrede beim CDU-Parteitag in Alsfeld.
Sven Simon führt die CDU-Kandidatenliste zur Europawahl an. Bild © picture-alliance/dpa

Die Hessen-CDU hat ihr Spitzenpersonal für die Europawahl im Mai gekürt und damit einen Generationenwechsel vollzogen. Top-Kandidat ist der 40 Jahre alte Marburger Hochschulprofessor Sven Simon, der in seiner Antrittsrede Populisten den Kampf ansagte.

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Beim Landesparteitag am Samstag in Alsfeld wählten die knapp 320 Delegierten Sven Simon als Spitzenkandidaten für die Europawahl am 26. Mai. Der 40 Jahre alte Jurist hat an der Marburger Universität einen Lehrstuhl für Völker- und Europarecht. Er wurde mit 86,2 Prozent gewählt.

An Nummer zwei kommt Michael Gahler aus dem Bezirksverband Frankfurt. Der 58-Jährige ist seit langem EU-Abgeordneter und in der EVP-Fraktion sicherheitspolitischer Sprecher. Er bekam 92,9 Prozent. An Platz drei steht die Frankfurter Juristin und Stadtverordnete Verena David (42). Ihre Zustimmung lag bei 78,8 Prozent. Die 25-köpfige Liste wurde wie vorgeschlagen, ohne Änderungen gewählt.

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CDU-Logo beim Parteitag in Alsfeld

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Simon: "Deutscher Patriot und guter Europäer muss man sein"

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Abschied nach 25 Jahren Europaparlament

Aktuell vertreten Gahler und Thomas Mann die Hessen-CDU im EU-Parlament. Der 73-jährige Mann verlässt nach 25 Jahren die europäische Politikbühne. Er wurde am Samstag in Alsfeld mit viel Dank und Applaus für seine Arbeit verabschiedet. Zwei Listenplätze gelten als sicher. Die CDU will versuchen bei der Wahl einen dritten Sitz im Parlament zu bekommen. Beim Urnengang 2014 erhielt die Union in Hessen 30,6 Prozent und lag nur knapp vor der SPD (30,3 Prozent).

Vor dem Urnengang am 26. Mai stimmte auch Ministerpräsident Volker Bouffier die Partei auf den Wahlkampf ein. Er fehlte zwar in Alsfeld wegen einer Nasen-Operation, der er sich am Freitag unterzog. Laut Mitteilung sagte er aber: "Wir wollen das Vertrauen in die europäische Einigung erhalten und wo es verloren gegangen ist, zurückgewinnen."

Europa: Mehr als Glühbirnenverbot und Gurkenkrümmung

Zum Auftakt des Parteitags betonte Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz die Bedeutung der Europawahl. Europa stehe nicht nur für das Verbot von Glühbirnen und Strohhalmen oder für den Krümmungsgrad von Gurken und Bananen. Die Europäische Einigung sei seit Jahren der Grundpfeiler von Frieden, Freiheit und Wohlstand auf dem Kontinent. Die EU gewinne immer mehr an Bedeutung.

Die Union betonte mit Blick auf die politischen Gegner am rechten Rand: Man sei nicht bereit, den Populisten in Hessen oder auf Bundesebene Raum zu geben. Genauso wenig dürfe man den Radikalen Europa überlassen, warnte Pentz. Mit Blick auf die AfD befand Simon: "Eine Partei, die das Europäische Parlament abschaffen will, die sollte zu seiner Wahl erst gar nicht antreten."

Simon: Probleme nur gemeinsam lösen

Simon sagte in seiner 20-minütigen Rede, dass es einige Politikfelder gebe, die auf EU-Ebene besser erledigt werden müssten. Dazu gehörten etwa die Sicherung der EU-Außengrenzen, die Migrations- und Asylpolitik, Bereiche der Verteidigungspolitik und der Terrorismusbekämpfung. Außerdem gehe es um die Energieautonomie, die Telekommunikation, die Vollendung des digitalen Binnenmarktes und besonders die wirkungsvolle Bekämpfung von Steuervermeidungsstrategien.

"In diesen Bereichen müssen wir den Menschen wieder konkret vor Augen führen, warum wir die Europäische Union brauchen, warum wir diese Dinge in Europa nur zusammen lösen können", sagte Simon. Die CDU wolle sich außerdem einsetzen für Freihandel, um die Globalisierung damit zu gestalten, für Sicherheit, Verteidigung und eine kluge Klimaschutzpolitik. Beim Thema Umwelt dürfe man das Feld nicht den "grünen Ideologen" überlassen.