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Audioseite Neue Beschlüsse zu Weihnachtsmärkten und Geschäften

Schild mit der Aufschrift "Zutritt nur nach 2G-Regel", das an einer Glastür hängt.

Ungeimpfte müssten draußen bleiben, alle anderen dürften ohne Maske und Abstand shoppen: Dieses 2G-Modell steht jetzt auch dem Einzelhandel in Hessen offen. Auch für die Weihnachtsmärkte ist in der neuen Corona-Verordnung eine wichtige Entscheidung gefallen.

Statt Verschärfungen wie im vergangenen Jahr bringt der Herbst in diesem Jahr vor allem Lockerungen mit sich. Die größte und vermutlich umstrittenste Neuerung, die Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag nach den Beratungen des Corona-Kabinetts verkündete, betrifft den Einzelhandel: Alle Betriebe können wählen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene in die Geschäfte lassen -und dürfen dann auf Abstände und die Maskenpflicht verzichten.

Die 2G-Option sei "auf Wünsche aus der Branche hin" ausgeweitet worden, heißt es in der Mitteilung aus der Staatskanzlei. "Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden", erwartet Bouffier. Für Einzelhändler, die sich nicht für die 2G-Option entscheiden, gelten dagegen weiterhin die Corona-Beschränkungen: Kundinnen und Kunden müssen eine Maske tragen und Abstand halten.

Weihnachtsmärkte ohne Zugangskontrolle

Auch für die bevorstehende Weihnachtszeit wird es eine Lockerung geben. Weihnachtsmärkte dürfen in diesem Jahr stattfinden, Zugangskontrollen seien nicht erforderlich. Allgemein gilt mit der neuen Verordnung: Für Volksfeste ist keine Genehmigung mehr für eine bestimmte Personenzahl nötig.

Weniger strikt wird von nun an auch bei einem Infektionsfall in einem Alten- und Pflegeheim reagiert. Bei einem einzelnen Fall gelte künftig kein automatisches Betretungsverbot für die gesamte Einrichtung mehr. Stattdessen seien "individuell erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen", erklärte die Landesregierung.

Testpflicht für ungeimpftes Krankenhauspersonal

In zwei Punkten sieht die neue Verordnungen allerdings auch strengere Regeln vor. Ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern müssen sich künftig zweimal wöchentlich testen lassen.

Außerdem müssen Schülerinnen und Schüler nach einem positiven Schnelltest eines Mitschülers am Platz Maske tragen und sich täglich testen. Bisher galt das der Mitteilung zufolge erst nach der Bestätigung des Ergebnisses durch einen PCR-Test.

Bouffier wirbt weiter für Impfung

Die angepasste Verordnung gilt bis zum 7. November. "Wir sind bislang gut durch den Herbst gekommen, das zeigen die Hospitalisierungsinzidenz und die Intensivbettenauslastung mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten", betonte Bouffier.

Trotzdem dürfe man nicht unvorsichtig werden. "Jetzt, da für viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zu zwei kostenlosen Testungen entfällt, bitte ich umso stärker darum, unsere Impfangebote zu nutzen."

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133 Kommentare

  • Willkommen in der monolithischen geschlossenen Gesellschaft, wo Ausgrenzung zum Tagesgeschäft gehört. Bei dem wirklichen Wissen über Corona, die Impfung, ganz schön ungerechtfertigt. Tja bleibt tatsächlich nur noch seine Heimat zu verlassen und in Demokratien, die den Namen verdienen, auszuwandern. Aber dem Michel scheint ja Demokratie, Rechtsstaat, GG, zielführende komplexe Klärung nichts zu bedeuten. Frage mich, wofür so viele Menschen hier gekämpft haben. Traurig.

  • Ich finde diese Entscheidung des Herrn Bouffier unmöglich und unverantwortlich. Als gäbe es kein Corona mehr! Wer soll denn das überprüfen, wer ungeimpft in einen Großmarkt geht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mitarbeiter von Aldi, Lidl usw. sich an der eingangstür den Impfausweis zeigen lässt. Auch die Aussicht auf Weihnachtsmärkte ohne Maske und ohne Kontrolle bzw. Abstand sehe ich mit Bedenken. Ich werde nach wie vor meine Maske tragen und auch keine großen Veranstaltungen besuchen. Der Herbst ist im Übrigen noch nicht vorbei, Herr Bouffier.

  • Das ist eine weitere Spaltung unserer Gesellschaft eine Schande

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