Kandidaten Landratswahl Wetterau
Die Kandidaten (v. li. n. re.): Jan Weckler (CDU), Stephanie Becker-Bösch (SPD), Thomas Zebunke (Grüne), Daniel Libertus (FDP) Bild © Peter Kreft, Sebastian Göbel, Gerti Kuhl, Ludmilla Naumann (Collage: hr)

Der Wetterauer Landrat wechselte in die Wirtschaft, eine Frau und drei Männer bewerben sich am Sonntag bei den Wahlberechtigten um seine Nachfolge. Wir stellen die Kandidatin und die Kandidaten vor.

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Joachim Arnold (SPD) hatte den Posten des Landrats aufgegeben, um in die Geschäftsführung der Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) zu wechseln, die mehrheitlich dem Wetteraukreis gehören. Bis zur Neuwahl führt Jan Weckerle (CDU) die Kreisverwaltung. Vier Kandidaten wollen Landrat werden. Rund 200.000 Menschen sind am Sonntag wahlberechtigt. Sollte es zur Stichwahl kommen, wird am 18. März nochmal abgestimmt.

Jan Weckler (CDU)
Stephanie Becker-Bösch (SPD)
Thomas Zebunke (Grüne)
Daniel Libertus (FDP)

Jan Weckler (CDU)

Der 46 Jahre alte CDU-Mann Jan Weckler ist von Beruf Lehrer, seit Oktober 2016 ist er Erster Kreisbeigeordneter im Wetteraukreis. Im Kreis ist er Schuldezernent, außerdem zuständig für Bildung, Ordnungsrecht und Landwirtschaft. Beim Thema Bildung setzt Weckler in seinem Wahlprogramm auf mehr Schulsozialarbeiter und eine zentrale Stelle, die über Bildungsangebote informiert und berät. Als zentrale Projekte für die Infrastruktur nennt er den Ausbau der S-Bahn-Linie 6 zwischen Friedberg und Frankfurt, ein bessees Radwegenetz und die Sanierung von Kreisstraßen.

Um den Wetteraukreis für mehr Menschen attraktiver zu machen, setzt Weckler darauf, die Ortsgemeinden zu beleben. Dafür sollen Einkaufsmöglichkeiten, der Nahverkehr, Schulen und Kitas ausgebaut werden. Er verspricht außerdem, sich für den Erhalt von Krankenhäusern und für den Einsatz von mobilen Ärzten einzusetzen.

Stephanie Becker-Bösch (SPD)

Stephanie Becker-Bösch wäre die erste Frau auf dem Posten. Erfahrung in der Kommunalpolitik bringt sie mit: Seit 2001 sitzt sie für die SPD im Kreistag und ist hauptamtliche Kreisbeigeordnete. Das Frau-Sein sieht Becker-Bösch auch als Vorteil, Frauen seien kommunikativer, teamfähiger und "vielleicht sogar härter", sagte sie der Wetterauer Zeitung. 2016 wurde die 46 Jahre alte Juristin zur Sozialdezernentin gewählt. Neben sozialen Themen will sich Becker-Bösch mehr Unternehmen in die Region holen, auch um mehr Arbeitsplätze vor Ort schaffen.

Jeder Arbeitsplatz vor Ort könne auch den hohen Pendlerverkehr etwa nach Frankfurt entlasten. Außerdem bräuchte es einen gut aufgestellten Kreishaushalt, um soziale Politik zu machen, wirbt sie auf ihrer Internetseite. Die soziale und medizinische Infrastruktur will Becker-Bösch stärken, die Wege zu Beratungs- und Betreuungsangebote etwa für Senioren sollen möglichst kurz sein, sie will sich außerdem für ein stationäres Hospiz in der Wetterau einsetzen. Außerdem will sie fördern, dass Möglichkeiten geschaffen werden, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren, etwa durch einen Ausbau von Ganztagschulen.

Thomas Zebunke (Grüne)

Für die Grünen geht der 57 Jahre alte Agraringenieur Thomas Zebunke ins Rennen. Er empörte sich über den Wechsel des Landrats Joachim Arnold von der SPD zum Energieunternehmen Ovag, der Schritt sei geplant und von SPD und CDU verabredet gewesen. Er wirft der Großen Koalition im Kreistag vor, eine weitere Beigeordnetenstelle geschaffen zu haben, damit die beiden Parteien gleiche Chancen im Wahlkampf haben - und bessere als die Opposition.

Als Kandidat will Zebunke sich für das grüne Kernthema Umwelt einsetzen und wirbt im Wahlkampf mit seiner guten Vernetzung mit den Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden. Als wichtiges Thema nennt Zebunke auch das Schulschwimmen: Wenn ab Mai das Bad Vilbeler Hallenbad schließe, sei Schulschwimmen nur noch in vier Städten des Kreises möglich. Angesichts der Zahlen, dass viele Kinder gar nicht schwimmen können, fordert der grüne Kandidat einen großen Ratschlag, bei dem sich Kreisverwaltung, Schulen, Bäder und Schwimmvereine beteiligen sollen, um die Situation zu verbessern.

Daniel Libertus (FDP)

Für die FDP kandidiert der 36 Jahre alte Rechtsanwalt Daniel Libertus. Er wirbt für sich als "liberale Alternative" und will Unternehmen in die Region locken, besonders aus der Tech-Branche und Start Ups. Den Ausbau der Digitalisierung will er vorantreiben, dringend notwendig sei eine Verbesserung des Breitbandausbaus, aber auch Behördengänge sollen künftig auch über digitale Wege funktionieren.

Auch Libertus spricht sich in seinem Wahlprogramm für eine Verbesserung der Infrastruktur aus, besonders eine bessere Anbindung mit der Bahn und Straßen an das Rhein-Main-Gebiet. Libertus ist seit 2016 Stadtverordneter in Butzbach. Von der FDP-Wetterau hieß es, man gehe mit einem eigenen Kanididaten ins Rennen, weil die Partei bei den Wahlen auf Bundes- und Kreisebene so gut abgeschnitten habe.

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