Ein Schüler sitzt vor einem Tablet

Nach einem Jahr Pandemie hat das Land die ersten 1.000 Laptops für Lehrkräfte ausgegeben. Weitere 72.000 Geräte sollen bald folgen. Die Schülerinnen und Schüler mussten auf ihre Tablets Monate warten.

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hs 29.03.2021 Thumbnails
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Nach einem Jahr Homeschooling ist klar: Bei der Digitalisierung läuft es an Hessens Schulen nicht rund. Die Liste der Probleme ist lang. Noch immer fehlt es zum Beispiel vielerorts an den passenden technischen Geräten.

Am Montag begann das Land nun damit, die ersten Laptops an Lehrkräfte zu verteilen. 1.000 Geräte übergaben Kultusminister Alexander Lorz und Digitalministerin Kristina Sinemus (beide CDU) an die Stadt Darmstadt. Deren Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) überreichte gemeinsam mit den Ministern einige Geräte symbolisch dem Leiter der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Peter Schug.

Symbolisch deshalb, weil die Geräte noch längst nicht einsatzbereit sind. Sie müssten erst noch inventarisiert und eingerichtet werden, hieß es bei der Übergabe in Darmstadt. Spätestens bis zu den Sommerferien stünden sie dann aber wirklich für den digitalen Unterricht bereit.

73.000 Lehrer-Laptops angekündigt

Geräte für weitere Schulen sollen nach Angaben des Kultusministeriums "in Kürze" folgen. 50 Millionen Euro stünden für insgesamt 73.000 Geräte zur Verfügung - 12,8 Millionen Euro davon aus dem hessischen Corona-Sondervermögen. Das restliche Geld kommt aus dem Digitalpakt Bildung, den Bund und Länder wegen der Pandemie um 1,5 Milliarden Euro aufgestockt hatten.

Die Beschaffung erfolge durch die Schulträger und mit der Unterstützung des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21, der auch für die Vergabe der Corona-Impftermine verantwortlich ist.

Schülerinnen und Schüler warteten monatelang auf Tablets

Bis alle Lehrkräfte die versprochenen Laptops erhalten, könnte es Monate dauern. Das war zumindest bei den Schüler-Tablets der Fall. Ende Juni des vergangenen Jahres versprach das Kultusministerium den Schulen Endgeräte für insgesamt 50 Millionen Euro. Zwei Monate später ergab eine hr-Umfrage unter den Kreisen und kreisfreien Städten: Ein Großteil der Tablets war noch nicht geliefert worden. Im Januar kritisierte der Lehrerverband VBE, dass einigen Schulen noch immer Tablets fehlten.

Inzwischen seien 85.000 Geräte für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt worden, teilte Kultusminister Lorz vor rund zwei Wochen mit. In diesem Zusammenhang freute sich der für Digitale Strategie und Entwicklung zuständige Staatssekretär Patrick Burghardt (CDU) über "die enge und schnelle Abstimmung" mit Städten und Kreisen. Trotz der hohen Nachfrage hätten die Geräte schnell zur Verfügung gestellt werden können.

Technischer Support als "gemeinsamer Kraftakt"

"Neben der Beschaffung der Geräte als erste Herausforderung haben wir gemeinsam schon im Blick, dass auch der Betrieb und der Support organisiert werden müssen", sagte Burghardt laut Mitteilung des Kultusministeriums weiter. Er versprach einen "gemeinsamen Kraftakt" von Bund und Ländern, "der sich auf jeden Fall für unsere Schulen lohnen wird".

Digital- und Kultusministerium steht darüber hinaus noch ein weiterer Kraftakt bevor: Man verfolge weiterhin das Ziel, alle Schulen bis 2022 an das Highspeed-Netz anzubinden, sagte Digitalministerin Sinemus am Montag. Auch hierbei gibt es bekanntlich einige Lücken.

Sendung: hr4, 29.03.2021, 12.30 Uhr