Janine Wissler und Dietmar Bartsch sind das Spitzenduo der Linken für die Bundestagswahl

Janine Wissler führt die Linke als Spitzenkandidatin in den anstehenden Bundestagswahlkampf. Gemeinsam mit Dietmar Bartsch wurde die Hessin zum Spitzenduo gewählt.

Videobeitrag

Video

zum Video Bundestagswahl: Linke kürt Wissler zur Spitzenkandidatin im Duo

Doppelspitze bei der Partei Die Linke
Ende des Videobeitrags

Die Bundesvorsitzende der Linken, Janine Wissler, und Dietmar Bartsch, Co-Vorsitzender der Linken-Bundestagsfraktion, wurden am Montag mit knapp 87 Prozent der Stimmen im Parteivorstand zum Spitzenduo für die im Herbst anstehende Wahl bestimmt.

Wissler und Bartsch werden damit im Wahlkampf die Führungsrolle für ihre Partei übernehmen. Die Fraktionschefin der hessischen Linken im Landtag war im Februar zur Co-Bundesvorsitzenden der Linken gewählt worden. Im April verkündete Wissler, den Landtag nach 13 Jahren in Richtung Berlin verlassen zu wollen.

Wissler: keine Kurskorrektur, sondern Richtungswechsel

Nach ihrer Wahl zur Spitzenkandidatin im Duo mit Bartsch nannte die Frankfurterin Wissler als wichtigste Wahlkampfthemen der Linken unter anderem den Einsatz für Beschäftigte in schlecht bezahlten Branchen, eine Besteuerung großer Vermögen, den Kampf gegen niedrige Renten und Kinderarmut sowie die Abrüstung.

"Notwendig ist eine mutige, eine radikale und eine realistische Politik", so Wissler. Es gehe nicht um kleine Korrekturen, sondern um einen Richtungswechsel. "Wir wollen eine Umverteilung durchsetzen."

Weitere Informationen

Was man über Janine Wissler wissen sollte

Der Weg der 39-Jährigen an die Linken-Spitze hat bereits in ihrem Elternhaus begonnen. Und eigentlich heißt Wissler Wißler. Mehr interessante Fakten über die Diplom-Politologin und ihre bisherige Karriere lesen Sie im Portrait.

Ende der weiteren Informationen

Knackpunkt Außen- und Sicherheitspolitik

Die 39-jährige Wissler wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Die Hessin zeigt sich zwar grundsätzlich auch offen für eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei, lehnt dabei aber ein Abrücken von linken Positionen etwa beim Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr und einem Stopp von Waffenexporten strikt ab. Aufforderungen der Grünen, sich in der Außenpolitik zu bewegen, hatte sie zuletzt zurückgewiesen.

Wissler sagte am Montag: "Wenn es nach der Wahl eine Mehrheit jenseits der Union gibt, dann sind alle drei Parteien in der Verantwortung, diese eben auch zu nutzen und ernsthaft zu schauen, welche Projekte man auch umsetzen kann." Wissler und Bartsch streben für ihre Partei bei der Bundestagswahl ein Ergebnis von mindestens zehn Prozent an.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 10.05.2021, 16.45 Uhr