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Audioseite AWO-Affäre: Ermittlungen gegen Christoph Manjura

Ein Schild der AWO vor einem Haufen Geld

Im Zuge des AWO-Skandals sind in Wiesbaden erneut Räume durchsucht worden. Diesmal richten sich die Ermittlungen einem Bericht des Wiesbadener Kurier zufolge auch gegen den Sozialdezernenten Christoph Manjura.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat im Zusammenhang mit der AWO-Affäre in Wiesbaden am Mittwoch Geschäftsräume der AWO sowie Privaträume durchsuchen lassen. Nach Informationen des Wiesbadener Kurier geht es dabei auch um den Verdacht, dass der heutige Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) sich als Stadtverordneter von der früheren AWO-Führung bestechen ließ.

Der damalige Stadtverordnete Manjura war zwischen 2015 und 2017 als persönlicher Referent der ehemaligen AWO-Kreisgeschäftsführerin Hannelore Richter angestellt. Gerüchte über eine mögliche Scheinbeschäftigung Manjuras gibt es schon länger; interne Berichte, die dem hr vorliegen, legen das nahe. Für eine Stellungnahme war der SPD-Politiker am Mittwochabend nicht zu erreichen.

Generalstaatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen "gegen einen 39-Jährigen"

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte dem hr die Ermittlungen "einen 39-jährigen, ehemaligen Stadtverordneten der Landeshauptstadt Wiesbaden wegen des Verdachts der Mandatsträgerbestechlichkeit".

Archivbild: Christoph Manjura (SPD) beim Lilien-Kickerturnier 2017 mit dem Siegerpokal für die Nürnberger Mannschaft

Der Name Christoph Manjura (SPD) fällt hier noch nicht - allerdings hatte der AWO-Kreisvorsitzende Wolfgang Hessenauer dem Wiesbadener Kurier bestätigt, dass es bei der Razzia vorrangig um eine mögliche Scheinbeschäftigung Manjuras beim Kreisverband gegangen sei. Ermittler, so steht es in dem Bericht, hätten nach vierstündiger Durchsuchung der AWO-Geschäftsstelle im Wiesbadener Nerotal drei Kisten voller Personalakten mitgenommen.

Untreue, Bestechlichkeit und Scheinbeschäftigung stehen im Raum

Bevor Manjura für die SPD Sozialdezernent geworden war, saß er für seine Partei im Stadtparlament. Gleichzeitig hatte er einen Job bei der AWO Wiesbaden. Manjura selbst räumte bislang ein, dass die Interessen der AWO und seine sozialpolitischen Interessen sich häufig überschnitten hätten. Er bestritt in der Vergangenheit vehement, nur zum Schein bei der AWO angestellt gewesen zu sein.

Der Wiesbadener Kreisverband hatte zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet und sucht für seine neun Kitas und zwei Pflegeheime einen Käufer.

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