Frankfurts Ex-Bürgermeister Becker (l.) wird Staatssektär, der Ex-Bundestagsbageordnete Stefan Sauer auch

Der eine verlor den Posten als Frankfurter Bürgermeister, der andere sein Bundestagsmandat für Groß-Gerau. Nun werden die CDU-Politiker Becker und Sauer Staatssekretäre in der Landesregierung.

Zwei Unionspolitiker gehen, zwei nehmen ihre Plätze in CDU-geführten Ministerien in Wiesbaden ein: Stefan Sauer aus Groß-Gerau soll für Stefan Heck Staatssekretär an der Seite von Innenminister Peter Beuth werden.

Uwe Becker aus Frankfurt nimmt den gleichen Posten als Nachfolger von Mark Weinmeister im Europaministerium von Lucia Puttrich ein. Die Personalien will Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) dem Kabinett kommenden Montag vorschlagen.

Beide verfügten über "eine breite politische Kompetenz und Erfahrung", lobte Bouffier die Neuen am Dienstag in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Das sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten: Sauer und Becker sind für die neuen Posten gerade frei, weil sie ihre bisherigen nach Wahlen in diesem Jahr verloren haben.

Nach 25 Jahren draußen

Stefan Sauer wurde sein im Wahlkreis Groß-Gerau 2017 errungenes Bundestags-Direktmandat nach nur einer Legislaturperiode wieder los - infolge der schweren Wahl-Niederlage der CDU im September. Von 17 Direktmandaten in Hessen blieben der CDU nur noch sieben. "Eine gewisse Abkehr der Menschen von der CDU", konstatierte Sauer. Vor dem Intermezzo in der Bundespolitik war der 55-Jährige ein Jahrzehnt lang Bürgermeister von Groß-Gerau.

Uwe Becker war mehr als 14 Jahre lang Kämmerer von Frankfurt und fünf Jahre lang gleichzeitig auch Bürgermeister von Hessens größter Stadt. Beides war zum 1. September vorbei: Das neue Mitte-Links-Bündnis aus Grünen, SPD, FDP und Volt hatte den 52-Jährigen abgewählt, um einen neuen Magistrat zu bilden. Infolge der Kommunalwahl vom März war Beckers CDU nach 25 Jahren aus der Stadtregierung geflogen.

Landespolitisch tritt Becker schon länger in Erscheinung: Die Landesregierung ernannte ihn im April 2019 zum Antisemitismusbeauftragten. Das Amt wird er behalten.

Einer nach Berlin, der andere nach Kassel

Nötig wurden die Neubesetzungen, weil die bisherigen Staatssekretäre andere Aufgaben wahrnehmen. Stefan Heck ist im Oktober aus dem hessischen Innenministerium als Abgeordneter in den neuen Bundestag gewechselt. Das gelang dem 39-Jährigen Marburger über Platz sieben der CDU-Landesliste.

Der 54 Jahre alte Mark Weinmeister verlässt das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten in Wiesbaden, um vom 1. Februar an das Amt des Regierungspräsidenten in Kassel anzutreten. Der bisherige Chef Hermann-Josef Klüber, der Nachfolger des ermordeten Walter Lübcke geworden war, tritt in den Altersruhestand.

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