Die ehemalige Familienministerin Barbara Stolterfoht.

Die frühere hessische Frauenministerin Barbara Stolterfoht ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Ministerpräsident Bouffier würdigte die erste Frauenbeauftragte einer deutschen Kommune.

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Trauer um Barbara Stolterfoth.
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Die frühere hessische Frauenministerin Barbara Stolterfoht ist tot. Nach Angaben des SPD-Bezirks Hessen-Nord sowie der hessischen Staatskanzlei starb Stolterfoht im Alter von 80 Jahren in Berlin.

"Barbara Stolterfoht war eine engagierte Politikerin, die sich in den langen Jahren ihrer Karriere mit hoher Leistungsbereitschaft für eine ausgewogene Sozialpolitik eingesetzt hat", erklärte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Sie habe ihren Blick stets auf diejenigen gerichtet, die in der öffentlichen Wahrnehmung übersehen wurden. "Das Ziel einer sozialeren, gerechteren Gesellschaft hat sie nie aus den Augen verloren."

Für Gleichberechtigung eingesetzt

Die hessische SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser erklärte, die Sozialdemokratin Stolterfoht habe in den langen Jahren ihrer politischen Arbeit für eine mutige, aber dennoch ausgewogene Sozialpolitik gestanden. Diese habe sie immer auch als Politik der Gleichberechtigung der Geschlechter und für die Förderung der Frauen verstanden.

Stolterfoht wurde 1940 in Dux (Sudetenland) im heutigen Tschechien geboren. Sie gehörte seit 1965 der SPD an. Von 1995 bis 1999 war sie in der Regierung des früheren hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel (SPD) Ministerin für Frauen, Arbeit und Sozialordnung.

Für ihren Einsatz für soziale Gerichtigkeit geehrt

Eichel war es auch, der sie bereits 1984 in seiner damaligen Funktion als Kasseler Oberbürgermeister zur ersten Frauenbeauftragten einer deutschen Kommune berief. Bevor sie Ministerin wurde, war Stolterfoht unter anderem Direktorin des Landeswohlfahrtsverbands Hessen und von 2000 bis 2008 Vorsitzende des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands sowie zusätzlich Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

2012 wurde Stolterfoht die Wilhelm-Leuschner-Medaille verliehen. Mit ihr werden seit 1965 Menschen geehrt, die sich beispielhaft für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 22.02.2021, 19.30 Uhr