Genau 135 Frauen und 256 Männer leisten derzeit Freiwilligen Polizeidienst in Hessen. Sie sollen Präsenz zeigen und das Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der AfD hervorgeht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lehnt das Modell ab.

Seit dem Jahr 2000 können Bürger im Alter von 18 bis 64 Jahren ehrenamtlich bei der Polizei helfen. Sie tragen Uniformen, die der Dienstkleidung stark ähneln und sind mit Pfefferspray sowie Mobiltelefon ausgerüstet. Die Freiwilligen haben Sonderrechte wie die Erhebung personenbezogener Daten. Sie dürfen aber keine körperliche Gewalt ausüben oder Waffen tragen.

Laut Innenministerium haben sich die Helfer als "Nachbarn in Uniform" und wertvolles Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei bewährt. Durch ihre Anwesenheit werde das "subjektive Sicherheitsgefühl" der Bürger gesteigert, aber auch die tatsächliche Sicherheitslage verbessert, heißt es in der Antwort des Ministeriums. Schon die Anwesenheit einer freiwilligen Streife sei Teil der Kriminalprävention. Die Freiwilligen kämen bei der Bevölkerung gut an. Den Dienst gebe es in 90 Kommunen, er solle flächendeckend ausgebaut werden.

"Wir lehnen den Freiwilligen Polizeidienst konsequent ab", sagte dagegen der stellvertretende Landesvorsitzende der GdP, Jens Mohrherr. "Wo Polizei drauf steht, muss auch Polizei drin sein." Freiwillige verbesserten weder die objektive noch die subjektive Sicherheit. Angesichts steigender Gewaltbereitschaft gegen Polizisten sei ihr Einsatz nicht sinnvoll.