Die hessische FDP kann sich nach der Landtagswahl Koalitionen sowohl mit der CDU als auch mit der SPD vorstellen. Der Fraktionschef im Landtag und Spitzenkandidat René Rock stellte im hr-Sommerinterview allerdings eine Bedingung.

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Die hessische FDP ist mit Blick auf die Landtagswahl im Oktober offen für mögliche Regierungsbündnisse mit der CDU und der SPD. Das sagte der Fraktionschef der FDP im Landtag und Spitzenkandidat René Rock im Sommerinterview des hr-fernsehens.

Rock rechnet bei der Regierungsbildung mit einem Dreierbündnis. "Ich bin für Koalitionen dann offen, wenn man sagt, jeder kann in seinem Rahmen etwas umsetzen", sagte der 50-Jährige aus Seligenstadt (Offenbach). "Ich bin gegen Koalitionen, in denen man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt und sich alle gegenseitig blockieren."

FDP reklamiert Wirtschaftsministerium

Die Regierungsparteien CDU und Grüne können laut hr-Hessentrend vom Juni nicht mehr mit einer Regierungsmehrheit rechnen. Denkbar wäre ein Jamaika-Bündnis. Dazu bräuchten CDU und Grüne die FDP. Rock betonte zum einen, in einer Koalition müssten liberale Forderungen klar zur Geltung kommen.

Aber der Fraktionschef der FDP im Landtag hat noch ein anderes Ziel: Dass ein grüner Wirtschaftsminister - nämlich Tarek Al-Wazir - in Hessen im Amt ist, haben die Liberalen nie akzeptiert.

Al-Wazir von "Last erlösen"

Im Falle einer Regierungsbeteiligung reklamiert die FDP das Wirtschaftsministerium für sich und will Al-Wazir von dieser "Last erlösen", wie Rock sagte. Themen wie Infrastruktur, Flughafen oder Energie seien dem Grünen nicht "auf den Leib geschrieben".

Sommerinterview René Rock
René Rock im hr-Sommerinterview mit Landtagskorrespondentin Ute Wellstein. Bild © hr

Ob das bei möglichen Koalitionsgesprächen eine rote Linie für die FDP sei? Rock ist da etwas vorsichtig, aber verstehen soll man ihn schon so. "Ich kann mir keine Regierung vorstellen, in der die Freien Demokraten nicht die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik haben sollten", betonte er.

Auch Ampel vorstellbar

Auch eine Ampel-Koalition mit SPD, Grünen und FDP wäre für Rock durchaus vorstellbar. Sozialpolitik sei sein Herzensthema. Andererseits hätte eine Ampel laut hr-Hessentrend keine Mehrheit.

Voraussetzung für all das ist ohnehin, dass die FDP wieder in den Landtag einzieht. 2013 schaffte sie gerade so die Fünf-Prozent-Hürde, im hr-Hessentrend vom Juni lag die FDP bei sieben Prozent der Stimmen.

Rock muss vor allem etwas für seine eigene Bekanntheit tun: 85 Prozent der Befragten in Hessen gaben an, sie würden den Spitzenkandidaten der FDP nicht kennen oder beurteilen können.

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Hessens Spitzenpolitiker in den hr-Sommerinterviews:

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