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Audioseite Frankfurt: Neue Karten zeigen, wo es bei Starkregen gefährlich wird

Ausschnitt der Starkregenkarte an der Paulskirche und Hochwasser am Main

Starke Regenfälle werden in Zukunft durch den Klimawandel wohl immer häufiger. Um Schutzmaßnahmen zu treffen, hat die Stadt Frankfurt Karten erstellt, auf denen metergenau das Risiko für jedes Haus und jede Straße zu erkennen ist.

Überschwemmungen und reißende Strömungen, die ganze Häuser und Ortschaften zerstören: Was starke Regenfälle auslösen können, ist in diesem Sommer besonders in Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen deutlich geworden. Eine neue Online-Karte des Umweltamts der Stadt Frankfurt soll nun für das Stadtgebiet zeigen, wo es bei außergewöhlich starkem Regen gefährlich werden kann.

Die neuen Karten sind im Geoportal der Stadt eingebettet. Sie zeigen bis auf den Meter genau, wie sich das Wasser bei starkem Regen stauen könnte und in welche Richtung und wie stark das Wasser fließen würde. Unterschiedliche Farbstufen von hellblau bis lila zeigen die maximale Überflutungshöhe an. Die maximale Fließgeschwindigkeit ist an unterschiedlich gefärbten Pfeilen zu erkennen.

Verschiedene Niederschlagsszenarien einstellbar

So zeigen beispielsweise lila gefärbte Flächen und rote Pfeile an den Unterführungen beim Südbahnhof, dass sich hier das Wasser über einen Meter hoch stauen und über zwei Meter pro Sekunde schnell fließen könnte, wenn ein Niederschlag der Stufe 2 "außergewöhnliches Starkregenereignis" eintritt. Wann es wirklich wie viel regnet, lässt sich nur schwer voraussagen. Deshalb arbeitet die Karte mit drei verschiedenen Szenarien, die sich per Klick auswählen lassen.

Peter Dommermuth (Umweltamt), Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Mobilitätsdezernent Stefan Majer stellen die Karten vor.

"In Zukunft werden wir uns aufgrund des Klimawandels darauf einstellen müssen, dass solche extremen Regenereignisse häufiger werden", sagte die Klima- und Umweltdezernentin der Stadt Frankfurt, Rosemarie Heilig (Grüne), bei der Vorstellung des Projekts. Die neuen Karten seien Teil der Maßnahmen zur Klimaanpassung. Das heiße aber nicht, dass damit alles gelöst sei, warnte Heilig: "Wir stehen mitten im Klimawandel."

Die Karten sollen nun als Grundlage dienen, um vorzusorgen - für die Stadt und ihre Bauprojekte, aber auch für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger. "Die Illusion, dass die Stadtentwässerung allein alle Probleme löst, muss ich Ihnen nehmen", sagte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne), der unter anderem für die Stadtentwässerung zuständig ist und am Projekt beteiligt war.

Er appellierte an Privatpersonen, Firmen und Organisationen, sich genau anzuschauen, wie die Gefährdung für ihre Gebäude aussieht. Dann könne man sich über Schutzmaßnahmen informieren. "Es geht aber auch um ganz praktische Dinge, wie wichtige Akten aus dem Keller zu räumen", so Majer.

Besonders Zugänge zu U-Bahn-Stationen gefährdet

1.800 konkrete Gefährdungsbereiche seien durch die Karte festgestellt worden, so Majer. Davon seien 140 Stellen Zugänge zu öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahn-Stationen. Als Beispiel nannte Majer die Schule am Hang in Bergen-Enkheim oder den Frankfurter Berg. Am Südbahnhof habe man nach mehrfachen Wassereinbrüchen mittlerweile schon Vorsorge getroffen.

Auch die Stadt selbst wolle auf Basis der neuen Daten aktiv werden. Besonders für Kindergärten und Krankenhäuser sowie für wichtige Rettungswege der Feuerwehr müssten Schutzmaßnahmen vor Starkregen getroffen werden. Essenziell sei für die Zukunft außerdem, weniger Flächen zu versiegeln, damit Regenwasser besser versickern kann.

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Karten für weitere Städte in Hessen

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie empfiehlt Starkregengefahrenkarten für mittlere und größere Kommunen mit viel bebauten Flächen. Neben Frankfurt hat auch die Stadt Offenbach ihre Starkregengefahrenkarten veröffentlicht. Bei HessenEnergie liegen aktuell von 48 Kommunen Förderanträge für die Erstellung von Starkregengefahrenkarten vor. Öffentliche Informationen dazu gibt es bisher von Eltville, Wiesbaden und Ebersburg.

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