Drei Menschen stehen nebeneinander und halten ein dickes Schriftstück mit dem Titel "Ein neues Frankfurt gestalten" in der Hand. Am unteren Ende sind darauf die Logos der Parteien DIe Grünen, SPD, FDP und Volt zu sehen.

Die Bildung der Vierer-Römerkoalition für Frankfurt wird ein weiteres Mal aufgeschoben. Nach Streit um die Verteilung von Geldern und Kompetenzen war diesmal das Internet schuld. Der nächste Anlauf findet ganz klassisch statt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurter FDP muss Online-Abstimmung verschieben

Rathaus Frankfurter Römer
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"Die Basis für den Erfolg in der Zukunft ist die Leistungsfähigkeit unserer digitalen Infrastruktur." Das schreiben die hessischen Liberalen in ihrer Vision für ein FDP-geführtes Hessen im Jahr 2030. Wie aktuell die Problematik heute schon ist, davon konnte sich die FDP in der größten Stadt des Landes ganz aktuell ein Bild machen: Sie musste ihre Entscheidung über den Koalitionsvertrag in Frankfurt am Mittwochabend vertagen. Der Grund: Internetprobleme.

Die außerordentliche Kreismitgliederversammlung musste wegen technischer Probleme abgebrochen werden. Zu viele Teilnehmer hatten sich zu der virtuellen Versammlung eingewählt, wie die Fraktionsvorsitzende Annette Rinn sagte.

Nächste Verzögerung in Frankfurt

Es ist nicht das erste Mal, dass die Frankfurter FDP die Bildung der neuen "Ampel-Plus"-Römerkoalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt verzögert. Ende Mai hatten die Liberalen den mehr als 200 Seiten starken Koalitionsvertrag überraschend mit knapper Mehrheit abgelehnt. Danach hatten sich die Parteien erneut zusammengesetzt und am vergangenen Wochenende eine Ergänzung ausgehandelt. Am Mittwochabend wollte die FDP-Basis erneut und über beide Papiere abstimmen. Doch dazu kam es nicht.

Die Internet-Panne der selbsternannten Digitalpartei sorgte auch bei der Frankfurter CDU für Erheiterung. So twitterte Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker: "So langsam könnte man auf die Idee kommen, dass auch der liebe Gott kein besonderer Freund dieses Wackel-Vierers ist, oder wie soll man diese wiederholten Zeichen deuten?"

FDP-Votum zu Koalition in Frankfurt gescheitert | Frankfurt https://t.co/7VcjDvTkTp So langsam könnte man auf die Idee kommen, dass auch der liebe Gott kein besonderer Freund dieses Wackel-Vierers ist, oder wie soll man diese wiederholten Zeichen deuten ? 😉

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Der Kreisvorsitzende Thorsten Lieb konnte dem Ganzen noch etwas Positives abgewinnen: Die Panne zeige, "wie groß das Interesse an der heutigen Abstimmung war", teilte er im Anschluss mit.

Nächste Abstimmung doch in Präsenz

Um eine weitere digitale Panne zu vermeiden, änderte die Frankfurter FDP ihre Pläne nun kurzentschlossen. Die nächste Versammlung werde in Präsenz stattfinden, kündigte Lieb am Donnerstag an. Die Abstimmung soll am Sonntag ab 12 Uhr nachgeholt werden - im Freien im Frankfurter Waldstadion.

Er nannte auch einen möglichen Grund für das Versagen als Digitalpartei. "Die Fakten stellen sich im Moment so dar, das zwar OpenSlides stabil funktionierte, unser Meeting-Tool GoTo-Meeting aber seine Kapazitätsgrenze von 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatte, dann bei 287 Teilnehmern zusammenbrach und sich gar nicht mehr bedienen ließ", erklärte er.

Trösten darf sich die hiesige FDP-Fraktion mit der Tatsache, dass sie nicht die erste ist, die wegen technischer Probleme Segel und Abstimmung streichen musste: Gleiches war der Landes-FDP in Rheinland-Pfalz erst kürzlich beim digitalen Parteitag Ende Mai passiert.

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