Der frühere hessische Innenminister Gottfried Milde (CDU) ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in Griesheim. Seine Partei würdigte ihn als sympathischen und kompetenten Politiker.

Gottfried Milde
Gottfried Milde 1991 bei einem hr-Interview im Landtag. Bild © hr

Gottfried Milde (CDU) ist am Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben. Der frühere hessische Innenminister starb in seinem Haus in Griesheim (Darmstadt-Dieburg). Das bestätigte ein CDU-Sprecher am Sonntagabend auf Nachfrage von hessenschau.de. Zunächst hatte das Darmstädter Echo darüber berichtet.

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Milde war von 1987 bis 1990 Innenminister. Seit 1966 saß er im Landtag und war 13 Jahre lang CDU-Fraktionschef. 1991 schied er aus dem Landtag aus. "Gottfried Milde hat sich mit seinem enormen Fachwissen verbunden mit einem starken Einsatz um Hessen verdient gemacht", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er werde "auch nach seinem Tod als liebenswürdiger Mensch mit großem Herzen in Erinnerung bleiben." Innenminister Peter Beuth (CDU) würdigte seinen Amtsvorgänger als "vorbildlichen Diener des Landes Hessen".

Rücktritt wegen einer Abhöraffäre

1934 in Breslau geboren, lebte Milde nach dem Krieg zunächst in Schweinfurt. In Frankfurt studierte er Jura und arbeitete anschließend bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Ab 1961 war er Mitglied der CDU.

Im Jahr 1990 musste er als Innenminister zurücktreten, weil er im Landtag rechtswidrig aus einem abgehörten Telefonat zitiert hatte. Er wollte damit den damaligen Ministerpräsidenten Walter Wallmann (CDU) schützen. Die Ermittlungen gegen Milde wurden später eingestellt, nachdem er einen Strafbefehl akzeptiert hatte.

Gottfried Milde , Walter Wallmann, Manfred Kanther.
Gottfried Milde (rechts) im Jahr 1987 mit Ministerpräsident Walter Wallmann (Mitte) und Finanzminister Manfred Kanther (alle CDU) vor dem Landtag. Bild © picture-alliance/dpa

Nach Angaben des Darmstädter Echos hinterlässt Milde eine Frau und vier erwachsene Kinder. Sein Sohn Gottfried war von 1997 bis 2012 ebenfalls Abgeordneter im Landtag.

Sendung: hr-iNFO, 15.07.2018, 23 Uhr