Darmstadts Oberbürgermeister Partsch (Grüne) hat ein Päckchen bekommen - mit augenscheinlich gebrauchten Mund-Nasen-Masken. Der Politiker erstattete Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung.

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Mann und gebrauchte Mundschutzmaske
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Verschmutzt und möglicherweise infektiös: Der Inhalt eines Päckchens an den Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch (Grüne), enthielt gebrauchte Mund-Nase-Schutzmasken. Absender: unbekannt. Die Frankfurter Rundschau berichtete, auf dem Päckchen habe "Ihre ehemaligen Wähler" gestanden.

"Feige und ekelhaft"

Sein erster Gedanke nach dem Eingang des Päckchens am vergangenen Freitag galt der Gesundheit seiner Mitarbeiter, wie der Politiker dem hr am Dienstag sagte. "Mein zweiter Gedanke war: Es ist feige und ekelhaft." Er sprach von einem verheerenden Zeichen in der Corona-Pandemie. Mit der Aktion wolle man den politisch Verantwortlichen sagen: 'Euren Quatsch könnt ihr wiederhaben.'

Partsch sagte, er werte die ungebetene Lieferung als persönliche Bedrohung gegen sich. Er erstattete Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt sagte dazu am Dienstag, das Paket sei von der Polizei sichergestellt worden. Nun werde ermittelt, was genau Inhalt der Sendung war und ob die Masken wirklich infektiös seien. Außerdem würden das Päckchen und die Masken von Experten der Spurensicherung untersucht, um Hinweise darauf zu bekommen, wer es gepackt und verschickt haben könnte.

Partsch will sich nicht einschüchtern lassen

Mitglieder der Gruppe "Querdenken 615 Darmstadt" sollen sich zuvor in Chatgruppen über die Aktion ausgetauscht haben. Inzwischen sind viele dieser Einträge gelöscht. Was auch immer das Ermittlungsverfahren ergibt, der Oberbürgermeister hat sich und seine Arbeit bereits Konsequenzen gezogen: Er wolle sich nicht einschüchtern lassen, sagte Partsch, "und klar sagen, was Sache ist".

Sendung: hr1, 07.07.2020, 16.15 Uhr