Dietlind Grabe-Bolz (2019 bei einer Demo für die Abschaffung des Strafrechtsparagrafen 219a in Gießen).

Nach zwei Amtszeiten ist Schluss: Dietlind Grabe-Bolz wird nicht noch einmal für das Amt der Gießener Oberbürgermeisterin kandidieren. Für die SPD-Politikerin ist es auch eine Frage der Motivation.

Die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) will ihr Amt bei der OB-Wahl im Herbst nicht verteidigen. Das kündigte die 63-Jährige am Dienstag überraschend an. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", sagte sie dem hr.

Sie wisse nicht, ob sie für weitere sechs Jahre die nötigen 100 Prozent aufbringen könne. Außerdem wolle sie nach zwei Amtszeiten mehr Zeit für Familie und Freunde haben. "Ich kann auf elf sehr erfüllende Jahre zurückschauen, aber man muss sich da fragen, wie viel Motivation und frische Begeisterungsfähigkeit bringt man mit - nicht nur für die ersten zwei, drei Jahre, sondern für die gesamten sechs Jahre", sagte Grabe-Bolz. Am Ende einer möglichen dritten Amtszeit wäre Grabe-Bolz 70 Jahre alt.

SPD schickt Becher ins OB-Rennen

Jetzt soll der Landtagsabgeordnete Frank-Tilo Becher für die SPD ins Rennen um den OB-Posten gehen. Die Wahl in Gießen findet voraussichtlich am 26. September gleichzeitig mit der Bundestagswahl statt.

Die gebürtige Kasselerin Grabe-Bolz lebt seit ihren Kindertagen in Gießen. Dort wurde sie 2009 überraschend als erste Frau zur Oberbürgermeisterin gewählt. Bei der zurückliegenden Wahl im Jahr 2016 hatte sich mit 53,6 Prozent der Stimmen gegen die CDU-Kandidatin Anja Helmchen (36,2 Prozent) durchgesetzt.

Sendung: hr4, 26.01.2021, 12.30 Uhr