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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kleine Parteien gewinnen besonders viele Mitglieder

Hände in der Höhe bei einer politischen Abstimmung

Gewinner des Corona-Jahrs sind in Hessen mehrere kleine Parteien. Während die Volksparteien und die AfD Mitglieder verlieren, legen vor allem die Grünen deutlich zu.

Während die Volksparteien SPD und CDU auch im Jahr 2020 Verluste bei ihren Mitgliederzahlen hinnehmen müssen, konnten mehrere kleine Parteien viele neue Mitglieder werben. Besonders groß war der Zulauf bei den Grünen, aber auch Linken und FDP traten mehr neue Mitglieder bei, als alte die Parteien verließen. Die AfD verzeichnete nach jahrelangen Zuwächsen erstmals einen Rückgang.

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SPD verliert seit Jahrzehnten Mitglieder

Die SPD bleibt trotz Verlusten auch im Corona-Jahr die mit Abstand mitgliederstärkste Partei in Hessen. Die Sozialdemokraten zählten am 31. Dezember vergangenen Jahres 46.917 Mitglieder, rund drei Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. 1.031 Parteieintritten standen 2.520 beendeten Mitgliedschaften gegenüber - darunter rund 970 Todesfälle und 234 Umzüge, wie ein Parteisprecher in Wiesbaden mitteilte.

Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte fort. Ende der 80er Jahre zählten die hessischen Sozialdemokraten noch rund 122.000 Mitglieder, 2008 waren es mit 64.000 nur noch gut die Hälfte. Seitdem büßte die Partei noch einmal ein Drittel ihrer Mitglieder ein.

Leichter Rückgang bei der CDU

Die hessische CDU hat zum Jahresbeginn 35.625 Mitglieder, knapp 0,6 Prozent weniger als noch zwölf Monate zuvor. 2020 sind nach Angaben eines Parteisprechers 1.339 Männer und Frauen neu eingetreten, 958 sind ausgetreten und 591 Mitglieder verstarben oder zogen um. Knapp Dreiviertel der CDU-Mitglieder sind männlich, ein Viertel weiblich. Das durchschnittliche Alter beträgt den Angaben zufolge gut 60 Jahre.

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Satter Zuwachs bei den Grünen

Die Grünen verzeichneten mit knapp 13 Prozent den stärksten Zuwachs. Ende des vergangenen Jahres zählte die Partei 8.229 Mitglieder. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. 2017 hatte die Partei etwas mehr als 5.000 Mitglieder.

Nach den Worten einer Sprecherin gab es im vergangenen Jahr 1.244 Neueintritte und 49 Wiedereintritte, der Saldo von Zu- und Wegzügen beträgt plus 26. Dem gegenüber stehen 373 Austritte - darunter hätten acht Grüne explizit erklärt, wegen des umstrittenen Ausbaus der mittelhessischen Autobahn 49 das Parteibuch abzugeben. 22 Mitglieder sind verstorben.

Viele junge Neuzugänge bei FDP und Linken

Die hessische FDP hatte Ende Dezember 6.491 Mitglieder. Das bedeutet ein leichtes Plus im Vergleich zum Jahresende 2019. 593 Zugängen standen 553 Abgänge gegenüber, darunter 45 Todesfälle. "Wir freuen uns nicht nur über ein Plus an Mitgliedern, sondern auch darüber, dass knapp 40 Prozent der Neuzugänge jünger als 30 Jahre sind", erklärte FDP-Generalsekretär Moritz Promny.

Die Linkspartei liegt ebenfalls im Plus - und auch hier sind die neuen Mitglieder jünger. Wie die Partei mitteilte, wuchs die Mitgliederzahl binnen eines Jahres um 1,7 Prozent auf 3.337. Neu eingetreten waren 376 Menschen. "Davon in erster Linie junge Menschen unter 40, was dazu führt, dass die Partei insgesamt jünger wird, ein Trend, den wir seit Jahren beobachten", erläuterte ein Parteisprecher in Frankfurt. Mittlerweile sei knapp die Hälfte der Mitglieder jünger als 40 Jahre.

AfD verliert jedes zehnte Mitglied

Während die Mitgliederzahlen der AfD in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen waren, verbuchte die Partei im vergangenen Jahr erstmals ein deutliches Minus: Ende Dezember zählte die Partei 2.523 Mitglieder - knapp 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang sei neben den regulären 475 Austritten auch dem Umstand geschuldet, dass 125 Mitgliedern wegen fehlender Beitragszahlungen gekündigt worden sei, erklärte Landessprecher Klaus Herrmann. "Die AfD Hessen schleppt keine Mitglieder durch, nur um die Statistik zu schönen."

Sendung: hr-iNFO, 16.01.2020, 9 Uhr