Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. (dpa)

Der grüne Landesverband feiert Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Die SPD gratuliert, legt aber besonderen Wert auf ihren "regierungserfahrenen" Kandidaten Scholz. Und die CDU leidet still.

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hessenschau vom 19.04.2021
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Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Der Bundesvorstand der Grünen nominierte die 40-Jährige am Montag für den Spitzenposten. Endgültig entscheiden über ihre Kanzlerkandidatur wird der Bundesparteitag Mitte Juli. Es gilt als sicher, dass die Delegierten ihre Nominierung bestätigen werden. Die hessischen Grünen-Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Philip Krämer sagten am Montag mit Seitenhieb auf die Union: "Wer weiß, wo er hinwill, kann sich auch über Personalfragen einigen."

"Wenn es eine kann, dann Annalena Baerbock"

Gemeinsam mit Annalena Baerbock "möchten wir in Hessen in den nächsten fünf Monaten nun für ein starkes grünes Ergebnis bei der Bundestagswahl sorgen und mindestens den zweiten Platz erreichen", hieß es weiter. Der Ausgang der Wahl im Herbst entscheide maßgeblich darüber, "ob es uns gelingt den Klimawandel noch in den Griff zu bekommen und die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grüne nominieren Baerbock als Kanzlerkandidatin

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. (dpa)
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Hessens grüne Umweltministerin Priska Hinz twitterte: "Ich freue mich so über unsere Kanzlerkandidatin." Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) twitterte ein Foto, auf dem Baerbock und sie anstoßen. Dorn schrieb dazu: "Bevor man noch einmal so feiern könnte, steht noch ordentlich viel Arbeit vor uns." Philipp Krassnig, Geschäftsführer der Grünen im Werra-Meißer-Kreis, freute sich: "Yes, yes, yes! Wenn es eine kann, dann Annalena Baerbock."

Bevor man noch einmal so feiern könnte, steht noch ordentlich viel Arbeit vor uns. Aber liebe @ABaerbock , ich freue mich so sehr über die Entscheidung und über unser starkes Führungsduo. #JedeZeithatihreFarbe #JedeZeithatihreFrau

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Scholz unisono als kompetent beschrieben

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Nancy Faeser, schrieb zu Baerbock, die hessische SPD freue sich auf einen fairen Wettbewerb "mit vielen guten Ideen und einem regierungserfahrenen und kompetenten Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Schön, dass es jetzt losgehen kann".

Auch der Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels verwies indirekt auf Baerbocks fehlende Regierungserfahrung: "Das wird ein spannender Wahlkampf. Nichts ist entschieden. Alles ist offen. Bin mal gespannt, auf wen sich die Union am Ende einigt. Wir gehen mit einem regierungserfahrenen, kompetenten Olaf Scholz ins Rennen."

"Latte für CDU und CSU verdammt hochgelegt"

Baerbock selbst sagte am Montag zu ihrer politischen Erfahrung: "Ja, ich war noch nie Kanzlerin, auch noch nie Ministerin. Ich trete an für Erneuerung. Für den Status quo stehen andere."

Von hessischen CDU-Politikern gab es zunächst kaum Reaktionen. Während die Union in der K-Frage weiter unentschieden ist und das Drama um die Bewerber Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) andauert, retweetete Eltvilles Bürgermeister Patrick Kunkel (CDU) einen Tweet seines Parteikollegen Dennis Radtke, der eine deutliche Sprache spricht: "Die Grünen haben die Latte für CDU und CSU verdammt hochgelegt. Geräuschlos K-Frage geklärt, Themen werden nach vorne diskutiert und positiv besetzt. Bei wem jetzt nicht der Wecker klingelt, der ist offenbar längst im politischen Koma angekommen."

Kritik kam von der AfD. Die Politik von Baerbock stehe für eine "öko-sozialistische Marktwirtschaft" - mit allen negativen Folgen für die Wirtschaft, teilte Landessprecher Klaus Herrmann mit. "Klimahysterie, Sprachzwänge sowie ein Wohlstandsverlust großer Teile der Bevölkerung wären die Folge."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 19.04.2021, 16.45 Uhr