Ministerpräsident Bouffier mit Niculescu Păun, dem Vater des getöteten Vili Viorel Păun. Daneben eine Porträt-Skizze des Anschlagsopfers.

Der 22-jährige Vili Viorel Păun wollte den Attentäter von Hanau stoppen und wurde in seinem Auto erschossen. Für seine Zivilcourage zeichnete Ministerpräsident Volker Bouffier ihn nun posthum aus. Für Păuns Vater ist das ein schwacher Trost.

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Knapp eineinhalb Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau mit neun Toten hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eines der Opfer posthum mit der hessischen Medaille für Zivilcourage geehrt. Der damals 22-jährige Vili Viorel Păun wollte den Täter stoppen, verfolgte ihn - und wurde in seinem Auto von dem Attentäter erschossen.

Am Freitag überreichte Bouffier die Medaille für Păun stellvertretend an dessen Vater Niculescu. Dabei betonte Bouffier den heldenhaften Einsatz des jungen Mannes. "Vili Viorel Păun hat sich vollkommen selbstlos dafür eingesetzt, den Attentäter von Hanau zu stoppen, um seine Mitmenschen zu schützen", sagte der Ministerpräsident. "Sein Tod macht uns fassungslos und unendlich traurig."

Păun war als Jugendlicher von Rumänien nach Deutschland gezogen. Zuletzt arbeitete der 22-Jährige als Kurierfahrer - auch in der Tatnacht war er mit seinem Lieferwagen unterwegs. Er war das einzige Kind seiner Eltern.

Die Verleihung der Medaille könne den Eltern ihren Sohn nicht zurückbringen, aber ihn für seinen Einsatz ehren. Die Medaille sei "ein Zeichen des Trostes und der Anerkennung seiner Courage", sagte Bouffier.

Stolz auf den Sohn

Vili Viorel Paun

"Egal, was kommt", sagte Păuns Vater bei der Verleihung in Bouffiers Dienstvilla, "nichts auf der Welt gibt mir seine Liebe zurück, gibt mir seine Pläne und sein Lächeln zurück." Er sei stolz auf seinen Sohn, finde die Medaille "richtig und korrekt" – sein Herz aber sage "nein".

Die Eltern von Vili Viorel Păun hatten nach dem Anschlag am Abend des 19. Februar in Hanau Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Mobilfunkdaten ergaben, dass der junge Mann während der Verfolgung des Täters mehrfach versuchte, den Polizeinotruf zu erreichen, aber nicht durchdrang.

Die Anschlagsopfer wurden schon 2020 gewürdigt

Der 43-jährige Tobias R. erschoss an diesem Abend insgesamt neun Menschen aus rassistischen Motiven, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete.

Die Hessische Medaille für Zivilcourage wird seit Anfang 2009 verliehen. Damit ehrt das Land Menschen, die sich für die Werte der Hessischen Verfassung eingesetzt oder anderen Personen in Notsituationen Hilfe geleistet haben. Grundsätzlich kann jeder Bürger einen anderen vorschlagen. Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte die Stadt Hanau die neun Anschlagsopfer posthum mit der Ehrenplakette in Gold als höchste Auszeichnung der Stadt gewürdigt.

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