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Audioseite Hessen bietet zentrale Auswertung der Pandora Papers an

Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU)

Hessen möchte sich federführend an der Auswertung der "Pandora Papers" beteiligen. "Unsere Expertinnen und Experten stehen bereit", erklärte Finanzminister Boddenberg.

"Wir haben die Kompetenz und den festen Willen, für mehr Steuergerechtigkeit zu sorgen", erklärte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) am Montag in Wiesbaden. "Sollten wir die "Pandora Papers" bekommen, werten wir diese mit aller Professionalität aus und versorgen Behörden weltweit mit Informationen, wie wir das bereits bei den "Panama Papers" und weiteren Leaks erfolgreich getan haben."

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Was sind die Pandora Papers?

Bei den "Pandora Papers" geht es um Politiker, Kriminelle und Prominente aus der ganzen Welt, die ihr Geld in Steueroasen verstecken. Journalistinnen und Journalisten haben weltweit über Monate hinweg ein riesiges Datenleck aus 11,9 Millionen vertraulicher Dokumente ausgewertet. In Deutschland waren Reporterinnen und Reporter von NDR, WDR und SZ daran beteiligt. Die Daten geben Aufschluss über die Offshore-Geschäfte von mehr als 330 Politikern und Amtsträgern aus 91 Ländern, darunter 35 amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs. Seit Sonntagabend wird über die Papiere berichtet.

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Der stellvertretende Linken-Fraktionschef Jan Schalauske forderte die Landesregierung auf, für Aufklärung zu sorgen. Finanzverwaltung und Staatsanwaltschaft müssten Steuerstraftaten aufdecken, konsequent ahnden und Steuern zurückfordern, wo dies möglich sei. "Mindestens einer der 14 Finanzdienstleister, die in Steueroasen tätig sind und deren Dokumente nun als Pandora Papers öffentlich werden, unterhält auch ein Büro in Hessen", sagte Schalauske.

Finanzministerium hatte "Panama Papers" ausgewertet

Die hessische Steuerverwaltung hatte in der Vergangenheit zusammen mit dem Bundeskriminalamt in Deutschland die Auswertung der "Panama Papers" federführend für die Steuerverwaltungen der anderen Bundesländer übernommen. Bei den "Panama Papers" ging es um Dokumente über Finanzgeschäfte von Privatpersonen oder Unternehmen über Briefkastenfirmen in Steueroasen. Darunter befinden sich auch Politiker, Prominente und Konzerne.

Durch die Auswertung der "Panama Papers" konnten bundesweit über 38,4 Millionen Euro an Steuermehreinnahmen erzielt werden. Hessen hatte sich laut Ministerium mit über 300.000 Euro am Ankauf der Panama Papers durch das Bundeskriminalamt beteiligt.

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