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Audioseite Hessen verschickt Booser-Appell an Personen ab 70 Jahren

Zwei Hände mit blauen Schutzhandschuhen führen eine Impfung an einem Oberarm aus.

Über eine Million Briefe der Landesregierung flattern in den kommenden Tagen in die Briefkästen hessischer Haushalte. Damit sollen Menschen ab 70 Jahren aufwärts an ihre Auffrischung gegen das Virus erinnert werden – und an deren Dringlichkeit.

Bei allen Hessen und Hessinnen, die 70 Jahre oder älter sind, landet in den kommenden Tagen zusätzliche Post im Briefkasten. Wie die Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte, will die Landesregierung diese Bürger und Bürgerinnen mit einem persönlichen Brief an die Corona-Auffrischungsimpfung erinnern.

Dazu sollen zeitnah rund 1,2 Millionen Menschen in Hessen eine schriftliche Erinnerung vom Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) erhalten.

Grund für Impf-Appell: "Schutz nimmt ab"

Sie appellieren in dem Schreiben daran, sich auch nach der Grundimmunisierung um die für einen vollen Impfschutz notwendige Auffrischungsimpfung zu bemühen. "Da der Schutz, den eine Impfung bietet, mit der Zeit abnimmt, ist es wichtig, dass gerade ältere Menschen jetzt das Angebot einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus in Anspruch nehmen", erklären sie. "Melden Sie sich daher bitte zeitnah bei Ihrem Arzt, um sich impfen oder Ihre Impfung auffrischen zu lassen."

Sie verweisen auf das Impfangebot bei den Fach- und Hausarztpraxen in Hessen sowie auf die stationären Impfangebote in den einzelnen Städten und Kreisen. Anders als zum Beispiel Bayern plant Hessen derzeit nicht, die landesweiten Impfzentren wieder in Betrieb zu nehmen.

Keine generelle Stiko-Empfehlung für Auffrischungen

Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Auffrischungsimpfungen bislang nur für die Altersgruppe ab 70 Jahren, für einzelne Berufsgruppen und Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben 217.806 Menschen in Hessen bislang eine Auffrischimpfung erhalten. Wie viele von ihnen über 70 sind, konnte das Ministerium auf Anfrage nicht aufschlüsseln: "Eine Differenzierung der geimpften Personen nach Alter findet bei der Erhebung der Impfzahlen nicht statt."

Für U30 nur noch Biontech empfohlen

Am vergangenen Freitag hatten die Gesundheitsminister der Länder gemeinsam erklärt, dass die "dritte Impfung für alle" nach einem halben Jahr Abstand zur Grundimmunisierung kommen solle. Für Personen unter 30 Jahren hatte die Stiko am Mittwoch ihre Empfehlung angepasst. Sie empfiehlt Corona-Impfungen für unter 30-Jährige aufgrund von aufgetretenen Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen nach der Moderna-Impfung nur noch mit dem Vakzin von Biontech.

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