Hessentrend April 2019
Bild © hessenschau.de

Rund 100 Tage nach dem Start der neuen Landesregierung ist eine Mehrheit der Hessen mit der Arbeit von CDU und Grünen zufrieden. Während Ministerpräsident Bouffier im neuen Hessentrend gestärkt wird, bleibt die Lage für die SPD schwierig.

Videobeitrag
hs

Video

zum Video Der neue hr-Hessentrend

Ende des Videobeitrags

Die wichtigsten Ergebnisse des April-Hessentrends im Überblick:

  • Mit 19 Prozent sinkt die SPD im Hessentrend auf ein Rekordtief.
  • CDU und Grüne kommen zusammen auf 48 Prozent - das könnte im Falle einer Wahl für eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition reichen.
  • Zwei von drei Hessen möchten, dass Ministerpräsident Bouffier (CDU) die komplette Wahlperiode im Amt bleibt.
  • Die potenzielle neue SPD-Parteivorsitzende Nancy Faeser genießt noch kein großes Vertrauen; zudem ist sie vielen noch nicht bekannt.

Im aktuellen Landtag hat die schwarz-grüne Koalition mit 69 von 137 Sitzen eine denkbar knappe Mehrheit. Viel ändern dürfte sich im Fall einer neuen Landtagswahl daran nicht - darauf lässt zumindest der neue hr-Hessentrend schließen. In der repräsentativen Meinungsumfrage kommt die CDU auf 27 Prozent und bestätigt damit ihr Ergebnis von der Landtagswahl im Oktober 2018 (27,0%). Der grüne Regierungspartner landet im Hessentrend bei 21 Prozent - immerhin ein Plus von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Wahlergebnis.

Bildergalerie

Bildergalerie

zur Bildergalerie Alle Zahlen, alle Ergebnisse - der Hessentrend im April 2019

Ende der Bildergalerie

Das könnte - abhängig vom Ergebnis der weiteren Parteien und der Verteilung möglicher Überhangmandate - für eine Fortsetzung der Koalition reichen. Eine stabile Mehrheit ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Bei der SPD ist auch sechs Monate nach der Landtagswahl kein Aufwärtstrend erkennbar. In der Umfrage, die das Institut infratest dimap für den hr durchführte, kommt die Partei auf 19 Prozent. Damit liegen die Sozialdemokraten nicht nur 0,8 Prozentpunkte unter dem Wahlergebnis, es ist auch für die SPD der schlechteste Wert in einem Hessentrend, der bisher gemessen wurde.

Die AfD bestätigt mit 13 Prozent (-0,1%) weitgehend ihr Wahlergebnis vom Oktober, ebenso wie die Linke mit 6 Prozent (-0,3%). Über ein Plus von 1,5 Prozentpunkten kann sich hingegen die FDP freuen, die im Hessentrend nun bei 9 Prozent steht.

58 Prozent zufrieden mit Regierungsarbeit

Audiobeitrag
Schüler mit Schulranzen

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die wichtigsten Probleme der Hessen im hr-Hessentrend

Ende des Audiobeitrags

Die Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition verlief in den ersten 100 Tagen weitgehend geräuschlos - entsprechend bewerten die Hessen offenbar auch das Wirken der neuen Landesregierung. 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Arbeit von CDU und Grünen sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden sind. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im letzten Hessentrend vom Oktober. 38 Prozent zeigten sich weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Wenig überraschend ist die Zufriedenheit bei den Parteianhängern von CDU (84%) und Grünen (75%) am höchsten, bei den Anhängern von AfD (25%) und Linken (16%) dagegen am geringsten.

Weitere Informationen

Was Sie über Wahlumfragen wissen müssen

Was ist eine Fehlergrenze? Was bedeutet eigentlich repräsentativ? Und wie kann ich an einer Umfrage teilnehmen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Meinungsumfragen im Überblick finden Sie hier.

Ende der weiteren Informationen

Was die Bewertung einzelner Politiker anbetrifft, liefern sich die Spitzen der beiden Regierungsparteien ein einsames Kopf-an-Kopf-Rennen. 58 Prozent der Befragten zeigten sich sowohl mit der Arbeit von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als auch mit der von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zufrieden. Letzterer musste allerdings im Vergleich zum Oktober-Hessentrend ein Minus von sieben Prozentpunkten hinnehmen.

Bei der SPD hatte Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel im März seinen Rücktritt aus der Politik angekündigt. Beerben will ihn im November Generalsekretärin Nancy Faeser. Viel Vertrauen genießt die Landtagsabgeordnete in der Wählerschaft aber offenbar noch nicht. Nur 23 Prozent der Befragten im Hessentrend trauen Faeser zu, die hessische SPD aus ihrer Krise zu führen. 38 Prozent denken das Gegenteil. Selbst unter SPD-Anhängern trauen es ihr nur 40 Prozent zu. Hinzu kommt: Jeder Dritte aller Befragten (33%) kennt die Justizexpertin noch nicht genug, um diese Frage zu beantworten.

Zwei von drei wollen Bouffier bis 2023 im Amt

Viel Vertrauen haben die Menschen hingegen offenbar in den Regierungschef. Zwei von drei Befragten (66%) sind der Meinung, dass Bouffier sein Amt als Ministerpräsident bis zur nächsten Landtagswahl in gut vier Jahren ausüben soll. Nur 28 Prozent meinen, dass der 67-Jährige seinen Posten in der laufenden Wahlperiode an einen Nachfolger abgeben sollte. Bouffier hatte Ende Februar eine Hautkrebserkrankung öffentlich gemacht, gleichzeitig aber angekündigt, seine Amtsgeschäfte ohne Pause fortzuführen.

Ein besonders drängendes Thema scheinen die Hessen gerade nicht zu haben. Bei der Frage nach den wichtigsten Problemen bleibt im Hessentrend das Thema Bildung mit 29 Prozent vorn - das bedeutet allerdings ein Minus von elf Prozentpunkten im Vergleich zum September. Dahinter folgen die Themenkomplexe Infrastruktur (Verkehr, Krankenhäuser, Internet) mit 28 Prozent (+6%) sowie Flüchtlinge/Migration mit 22 (-7%). Fast eine Verdopplung - von 8 auf 17 Prozent – gab es beim Thema Umweltschutz/Klimawandel, das zuletzt durch die #FridaysForFuture-Proteste hohe Medienpräsenz hatte.

Weitere Informationen

Hessentrend

Für den Hessentrend hat das Institut infratest dimap in der Zeit vom 16. bis 24. April 1.001 wahlberechtigte Hessen telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten und gilt als repräsentativ.

Fragen und Antworten zum Thema Meinungsumfragen finden Sie hier.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 26.04.2019, 6 Uhr