Zwei Portraits der grünen Politikerin Lührmann und des grünen Politikers Omnipour.

Die Grünen-Politikerin Anna Lührmann aus Hofheim soll unter Annalena Baerbock Mitglied der neuen Ampel-Regierung werden. Derweil kündigt der Frankfurter Omid Nouripour an, sich um den Vorsitz der Bundespartei bewerben zu wollen.

Die Grünen haben nach den Ministerinnen und Ministern auch ihre Riege der Staatssekretärinnen und -sekretäre für die künftige Ampel-Regierung mit SPD und FDP benannt. Mit dabei ist Anna Lührmann aus Hofheim am Taunus. Die 37-Jährige aus dem Stadtteil Lorsbach erhält einen der drei Posten als Staatsministerin, die im Ressort der künftigen Außenministerin Annalena Baerbock zu vergeben sind.

Dem Bundestag gehört die Politikwissenschaftlerin Lührmann seit Dezember wieder an. Bekannt geworden war sie bei ihrem ersten Einzug ins Parlament im Jahr 2002: Denn sie wurde, mit 19 Jahren und direkt nach dem Abitur, die jüngste jemals gewählte Bundestagsabgeordnete.

Hofheim, Berlin, Khartum, Göteborg

Nach zwei Legislaturperioden kandidierte Lührmann nicht mehr: Sie begleitete ihren Mann in den Sudan, wo dieser als Diplomat arbeitete. Dort studierte sie an der Universität in Khartum, promovierte später in Berlin im Fach Politologie und wurde schließlich Juniorprofessorin am V-Dem Institut im schwedischen Göteborg.

Bei der Bundestagswahl im September dieses Jahres trat sie für die Grünen als Direktkandidatin im Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg an. Den Sprung ins Parlament schaffte sie aber über den fünften Platz auf der Landesliste ihrer Partei.

Von der Spitzenkandidatin zur Staatssekretärin

Bettina Hoffmann im Porträt

Auch Bettina Hoffmann aus Niedenstein (Schwalm-Eder), die Spitzenkandidatin der hessischen Grünen bei der Bundestagswahl, übernimmt einen neuen Posten in Berlin: Sie soll im Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das die Grünen-Politikerin Steffi Lemke übernimmt, Parlamentarische Staatssekretärin werden. Hoffmann sitzt bereits seit 2017 im Bundestag. Die Nordhessin gilt als ausgewiesene Umweltpolitikerin, sie gehörte zuletzt dem Umweltausschuss des Bundestages an.

Nouripour wirft Hut in den Ring

Omid Nouripour im Porträt

Derweil hat ein weiterer prominenter Grüner aus Hessen angekündigt, sich um den Vorsitz der Bundespartei bewerben zu wollen. Wie die Nachrichtenagentur dpa vorab berichtet, hat der Frankfurter Omid Nouripour in der Aufzeichnung der ZDF-Sendung "Markus Lanz" vom Donnerstag angekündigt, beim digitalen Parteitag Ende Januar seinen Hut in den Ringen werfen zu wollen.

Da die derzeitigen Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck in den Bundestag gewählt wurden und Regierungsämter übernehmen, müssen sie nach den Regeln der Parteisatzung ihre Parteiämter aufgeben.

Nouripour hatte bei der Bundestagswahl Ende September das Direktmandat im Wahlkreis Frankfurt II für die Grünen geholt. Neben ihm gilt die stellvertretende Parteivorsitzende Ricarda Lang als Favoritin.

Eine fest, eine vielleicht

Eine andere Hessin ist bereits fest für ein Ministerium nominiert: Die FDP-Politikerin Bettina Stark-Watzinger soll Bildungsministerin werden. Die Minister werden vom Bundeskanzler vorgeschlagen und vom Bundespräsidenten ernannt.

Die SPD will ihre Ministerinnen und Minister noch bekannt geben. Für die Nachfolge von Horst Seehofer (CSU) im Innenressort wird Christine Lambrecht (SPD) gehandelt, die derzeit noch geschäftsführend für das Justiz- und das Familienministerium verantwortlich ist.