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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So liefen die Wahlen im Osten

Anhänger der AfD kommen mit einer Deutschlandfahne zur Wahlparty der Partei in Brandenburg.

Ministerpräsident Bouffier hat nach der Landtagswahl im Osten Deutschlands noch einmal betont, dass es zwischen der CDU und der AfD keine Zusammenarbeit geben dürfe.

Gespannte und bange Blicke in den Osten der Republik: Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg haben die Volksparteien CDU und SPD ihre jeweilige Vorrangstellung trotz erheblicher Verluste behaupten können. Die CDU kommt nach den Hochrechnungen vom Sonntagabend (21.43 Uhr, infratest dimap) in Sachsen auf 32,5 Prozent (-6,9), die SPD in Brandenburg auf 26,0 Prozent (-5,9). In Hessen herrschte Freude - und Erleichterung.

Mit blauen Augen zurück an die Regierungsspitze? Sachsens Michael Kretschmer (li., CDU) und der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Für die CDU sprach die hessische Ministerin für Bundesangelegenheiten, Lucia Puttrich, mit Blick auf Sachsen von einem "Erfolg eines harten Einsatzes". Gleichwohl sei das Ergebnis der AfD, die 27,8 Prozent (+18,1) der abgegebenen Stimmen erhielt, alarmierend, twitterte Puttrich. Sie forderte, die Rechtspopulisten müssten "weiter enttarnt werden".

AfD zweimal auf Platz 2

Die AfD, deren Hoffnungen auf einen Wahlsieg in beiden Bundesländern durch Umfragen genährt worden waren, stellt nach vorläufigen Zahlen in beiden Ländern die zweitstärkste Partei: In Brandenburg kommen die Rechtspopulisten demnach auf 23,5 Prozent (+11,3).

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Aktuelle Entwicklungen im Liveblog

Stand jetzt reicht es weder für die CDU in Sachsen noch für die SPD in Brandenburg für ein erneutes Zweier-Regierungsbündnis. Die aktuellsten Hochrechnungen gibt es im Liveblog bei tagesschau.de.

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Der hessische AfD-Landesverband sendete nach den "hervorragenden Wahlergebnissen" Glückwünsche nach Sachsen und Brandenburg. "Diese Ergebnisse stärken den Einfluss der gesamten AfD", teilte Landessprecher Klaus Herrmann in einer ersten Reaktion am Sonntagabend mit. Die hessische AfD-Bundestagsabgeordnete Mariana Harder-Kühnel aus Gelnhausen sprach von einem "phänomenalen Erfolg".

Bouffier: keine Zusammenarbeit mit der AfD

Der hessische Ministerpräsident Bouffier betonte, dass es zwischen der CDU und der AfD keine Zusammenarbeit geben dürfe. Bouffier sagte in hr-iNFO, das wäre für die CDU politischer Selbstmord: "Ich habe das immer verglichen mit der SPD", sagte er, "nachdem sie sich den Linken geöffnet hat, hat nicht die SPD gewonnen, sondern zunächst einmal die Linken."

Bouffier bezeichnete die Wahl als Denkzettelwahl: "Wenn eine Partei wie die AfD eine ganze Reihe von Wahlkreisen mit über 30 Prozent gewinnt, dann können das nicht alles nur Dumpfbacken oder Neonazis sein." Die AfD sei dort in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Schäfer-Gümbel: "Abend der gemischten Gefühle"

Einen "Abend der gemischten Gefühle" erlebte der hessische SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel. Erleichterung verspüre er vor allem wegen der erfolgreichen Aufholjagd der SPD in Brandenburg, nachdem Umfragen die Partei dort lange Zeit hinter der AfD gesehen hatten. Dennoch seien die Verluste für die SPD in beiden ostdeutschen Bundesländern schmerzhaft. In Sachsen stürzten die Sozialdemokraten auf 7,8 Prozent (-4,6).

Grüne legen zu, FDP verpasst Sprung in die Parlamente

Der Frankfurter Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour sprach von einem großartigen Ergebnis für seine Partei, die nach den Hochrechnungen in Sachsen 8,2 Prozent (+2,5) der Stimmen erhielt und sich in Brandenburg auf 10,7 Prozent (+4,5) steigerte. "Aber Ergebnisse zwischen 23 und 28 Prozent für Nazis lassen bei mir keine echte Feierlaune zu", twitterte Nouripour.

Die FDP scheiterte in beiden Ost-Bundesländern an der 5-Prozent-Hürde. Die ehemalige Generalsekretärin der Partei und heutige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Nicola Beer, sprach von bitteren Landtagswahlen – "obwohl wir im Gegensatz zu anderen kräftig Stimmen dazu gewonnen haben".

Linke enttäuscht

Alarmiert reagierte die Linkspartei am Montag auf die herben Verluste der Parteifreunde im Osten: In Sachsen landete die Partei bei 10,4 Prozent (-8,5) in Brandenburg bei 10,7 Prozent (-7,9). Die hessischen Landesvorsitzenden Petra Heimer und Jan Schalauske sprachen von einer "großen Enttäuschung". Die Linke müsse nun "den Kampf um konkrete Verbesserungen der Lebensbedingungen der Menschen noch weiter verstärken".

Sendung: hr-iNFO, 1.9.2019, 20.40 Uhr