Eine Frau hält in der Universitätsklinik Göttingen eine Broschüre des "Netzwerk Organspende in Niedersachsen" in der Hand
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Hessens Gesundheitsminister Grüttner unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Spahn vorgeschlagene Neuregelung bei Organspenden. Danach soll jeder als Organspender gelten, solange er nicht widerspricht.

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Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner hat den Vorstoß von Bundesminister Jens Spahn (beide CDU) zur Einführung einer Widerspruchslösung bei Organspenden begrüßt. "Die Widerspruchslösung, die ich schon lange einfordere, ist überfällig", teilte Grüttner am Montag mit. Die Regelung könne helfen, dass mehr Menschen Organe spenden und damit Leben gerettet werden.

Bisher ist die ausdrückliche Zustimmung des Spenders notwendig

Bundesgesundheitsminister Spahn hatte sich in der Bild-Zeitung für eine Widerspruchslösung ausgesprochen. Demnach würde jeder als Organspender gelten, solange er nicht widerspricht. Bisher sind Organ-Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt.

Eine solche Neuregelung stelle zwar einen Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen dar, sagte Spahn. Doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die Zahl der Organspender zu steigern, leider ohne Erfolg geblieben.

Zahl der Organspender auf Tiefpunkt

Die Zahl der Organspender hatte nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr mit 797 einen Tiefpunkt erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 gab es eine Zunahme.

Grüttner verwies darauf, dass auch bei der Neuregelung der Patientenwille gewahrt bleibe. "Wer nicht spenden möchte, kann dies durch einfachen Widerspruch anzeigen - ein Aspekt, der auch auf der Facebook-Seite von hessenschau.de intensiv diskutiert wurde.