Ukrainekrieg: Ein mehrstöckiges Gebäude steht nach russischem Beschuss in Flammen. (Archivfoto)

Mit den neuen Corona-Lockerungen haben die wenigsten Hessen ein Problem. Der hr-Hessentrend zeigt: Den meisten machen der Ukraine-Krieg und seine möglichen Folgen viel mehr zu schaffen. Die Flüchtlingsfrage spielt dabei keine große Rolle.

Videobeitrag

Video

Krieg macht Menschen in Hessen Sorgen

hs16_040322
Ende des Videobeitrags

Die drängendsten Probleme, die Hessens Politiker lösen sollen? Wenn es darum geht, nennen die Menschen auch in diesen Tagen vor allem, was für ihr Leben und das ihrer Kinder unmittelbar relevant scheint: Verkehr, Bildung und Umwelt. Und doch bildet sich im aktuellen hr-Hessentrend ab, wie sehr die Entwicklung in Osteuropa die Menschen belastet.

Die Angst vor einer Ausweitung des Krieges in der Ukraine ist weit verbreitet. Noch größer ist die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen. Die Corona-Pandemie, die nun ins dritte Jahr geht, ist gleichzeitig deutlich in den Hintergrund gerückt. Hier die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag des hr im Einzelnen:

1. Der belastende Krieg in der Ukraine

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Der Angriff der russischen Armee auf die Ukraine vor einer Woche hat nicht nur die NATO in höchste Alarmbereitschaft versetzt. 76 Prozent aller Hessen haben große oder gar sehr große Sorge, der Krieg könne sich ausweiten.

Viele Menschen im Bundesland sehen ökonomische Folgen auf sich zukommen. 84 Prozent befürchten steigende Energie- und Lebenshaltungskosten, in Sorge vor Einschnitten bei der Gas- und Energieversorgung sind 74 Prozent der Befragten.

Dagegen sind die wenigsten von Ankündigungen wie der des UN-Flüchtlingswerkes beunruhigt, dass derzeit rund eine Millionen Ukrainer auf der Flucht sind. Dass viele Flüchtlinge auch nach Deutschland kommen könnten - die Sorge hat lediglich gut jeder vierte Befragte.

Weitere Informationen
Grafik in weiß-blau und in Form einer Sprechblase mit dem Text "hr-Thema: Wie weiter, Hessen?"

Krieg in der Ukraine, Lockerungen am Ende des zweiten Corona-Jahres: Wir leben in einer bewegten Zeit. Und wenn im kommenden Jahr Hessen-Wahl ist, treten neue Spitzenleute an. Was das für die politische Stimmung und die Zukunft in Hessen bedeutet, darum geht es am Freitag beim hr-Thema "Wie geht's weiter Hessen?" im Fernsehen, im Hörfunk und bei hessenschau.de.

Ende der weiteren Informationen

2. Viel Zustimmung für Corona-Lockerungsplan

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Weniger Auflagen für die Gastronomie, mehr Zuschauer bei Veranstaltungen, Discos wieder offen: Die zweite von drei Stufen zur Lockerung der Corona-Maßnahmen ist gerade erreicht. Eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent in Hessen hält diese Öffnungspolitik von Bund und Ländern für angemessen. Lediglich ein Drittel ist dagegen.

Die Sympathien für die Aufhebung der Maßnahmen überwiegen in fast allen Bevölkerungs- und Wählergruppen. Am zahlreichsten sind die Befürworter anteilsmäßig bei Anhängern von AfD und FDP, der geringste Anteil findet sich in den Reihen der SPD.

3. Fast ein Patt bei Urteil über Corona-Management

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Und die bisherige Bilanz über die Corona-Politik der Landesregierung? Lob und Kritik halten sich fast die Waage. Mit 51 Prozent ist gut die Hälfte der Wahlberechtigten zufrieden, 47 Prozent sind es nicht. 

Die schwarz-grüne Koalition kann dabei immerhin verbuchen, dass der Anteil der Zufriedenen im Vergleich zum Februar des Vorjahres leicht (+3) gestiegen ist. Die Zahl der Kritiker überwiegt bei Anhängern der Linkspartei, vor allem aber bei denen der AfD.

4. Angst vor Ansteckung sinkt

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Allmählich weniger Neuinfektionen, mildere Krankheitsverläufe, Impfungen: In dieser Situation ist die Angst vor einer Corona-Infektion stark gesunken. Zurzeit sind noch knapp 30 Prozent der Hessen in Sorge, sie oder ein Familienangehöriger könnte sich mit dem Virus anstecken. Im November 2020 waren es noch 40 Prozent.

Ähnlich groß wie die Angst vor dem Virus selbst ist die vor den psychischen Folgen von Pandemie und Eindämmungsmaßnahmen (32 Prozent). Das geben auffällig viele jüngere Menschen an: Unter den 18- bis 34-Jährigen ist der Anteil mit 45 Prozent überdurchschnittlich groß, und er ist mehr als doppelt so hoch wie unter den Älteren ab 65 Jahren.

Kritisch wegen möglicher langfristiger Einschränkungen von Freiheitsrechten blickt etwa ein Drittel der Befragten in die Zukunft. Etwas geringer ist mit 27 Prozent der Anteil derjenigen, die eigene wirtschaftliche Nachteile auf sich zukommen sehen. Das trifft inzwischen aber mehr Hessen (+5 Prozentpunkte) als noch im Jahr 2020.

5. Mobilität, Bildung und Umwelt als wichtigste Probleme

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Datawrapper (Datengrafik) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Datawrapper (Datengrafik). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Fragt man die Hessen, welche Probleme die Landespolitik vor allem lösen muss, liegt die Corona-Politik lediglich auf Platz fünf. Der Ukraine-Krieg landet nicht mal unter den wichtigsten zehn Themen. Hier hat das Land freilich auch keinen politischen Einfluss.

Auf Feldern wie der Verkehrs- oder der Bildungspolitik ist das anders: Jeweils knapp ein Viertel der Befragten hat vor allem hier Erwartungen an die Politik. Fast genauso häufig wird der Schutz von Umwelt und Klima genannt. Sein Stellenwert für die Bürger ist gegenüber der letzten Befragung vor zwei Jahren gewachsen.

Weitere Informationen

Aktueller Hessentrend auch zur Sonntagsfrage

Im aktuellen Hessentrend haben wir auch die Einstellungen der Hessen zur Landespolitik untersucht. Den Beitrag finden Sie hier. Dafür hat das Institut infratest dimap vom 28. Februar bis 2. März dieses Jahres 1.169 wahlberechtigte Hessen zufallsbasiert telefonisch oder online befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 2 und 3 Prozentpunkten. Die Umfrage ist repräsentativ. Fragen und Antworten zum Thema Meinungsumfragen finden Sie hier.

Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen