Kontaktbeschränkung, Maskenpflicht, offene Schulen: Die meisten Bürger stehen hinter der aktuellen Corona-Politik, wie der hr-hessentrend zeigt. Aber manche Regeln spalten die Hessen geradezu. Und vielen macht Einsamkeit zu schaffen.

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Seit Anfang November und mindestens noch bis zum Ende des Monats gelten wieder strengere Corona-Regeln. Eine breite Mehrheit von 60 Prozent der Bürger in Hessen ist grundsätzlich einverstanden mit dieser Politik, wie der aktuelle hr-hessentrend gezeigt hat.

Weitere 22 Prozent hätten es gerne noch strenger, lediglich 15 Prozent geht das alles zu weit. Doch im Einzelnen beurteilen die Menschen die verschiedenen Maßnahmen doch mit auffallenden Unterschieden.

Befürwortung oder Ablehnung von Corona-Maßnahmen

Eine überwältigende Mehrheit von 93 Prozent hält es für richtig, dass die Maskenpflicht inzwischen nicht nur in Geschäften sowie Bussen und Bahnen gilt, sondern auch an öffentlichen Orten wie etwa Fußgängerzonen. Bei der Zwangspause für Gastronomie und Kultureinrichtungen fällt das Ergebnis dagegen deutlich knapper aus.

Gerade noch gut die Hälfte der Befragten (52 Prozent) befürwortet es, dass Restaurants, Bars und Kneipen nach dem Frühjahr nun zum zweiten Mal schließen mussten. Ein wenig höher ist die Zustimmung für den Theatern oder Kinos verordneten Umsatz-Stopp (58 Prozent). Dem Verbot von Amateur- und Freizeitsport konnten sich in der ersten Woche des Lockdowns 57 Prozent der Befragten anschließen. Nach Kritik aus Vereinen und Verbänden hat die Landesregierung die Beschränkungen auf diesem Gebiet inzwischen gelockert.

Sehr viel mehr Rückhalt erhält die Politik wiederum für die Entscheidung, Schulen offen zu halten (81 Prozent) sowie Kontakte in der Öffentlichkeit auf zwei Haushalte und maximal zehn Menschen zu begrenzen (84 Prozent).

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Unser Leben mit Corona

Fakten, Meinungen und Perspektiven zum Leben mit Corona in Hessen: Damit beschäftigt sich am Mittwoch der hr in einem Thementag im Radio, im Fernsehen und im Netz.

Programmtipps

  • "hessenschau extra": Unser Leben mit Corona - 20:15 Uhr im hr-fernsehen
  • hr-iNFO: Das Interview mit Jens Brase, Covid-Patient - 19:35 Uhr
  • YOU FM: Corona-Warn-App schlägt rot aus – was dann? - YOU FM Good Morning Show (wochentäglich 5:30 bis 10:00 Uhr)
  • hr4: Der Werra-Meißner-Kreis hat ungewöhnlich niedrige Infektionsraten. Auf Spurensuche in Bad Sooden-Allendorf - Britta am Vormittag (10:00 bis 12:00 Uhr)
  • hessenschau.de/Corona: Informationen rund um das Coronavirus in Hessen.
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Folgen einer Pandemie

Doch ob knapp oder überwältigend: Bei allen Beschränkungen, nach denen gefragt wurde, sind die Befürworter in der Mehrheit. Das gilt auch für diejenigen, die sich wegen der Corona-Pandemie keine allzu großen persönlichen Sorgen machen.

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Am verbreitetsten ist mit 40 Prozent die Angst, man selbst oder Mitglieder der Familie könnten ernsthaft an Covid-19 erkranken. Für den ersten hr-hessentrend in der Pandemie hatten wir im Mai nach der Sorge vor Ansteckung gefragt: Sie plagte seinerzeit 29 Prozent. Diese Angst um sich selbst und um Angehörige ist bei den Jüngeren zwischen 18 und 39 Jahren (33 Prozent) am geringsten ausgeprägt. Größer noch als bei den Über-64-Jährigen (41 Prozent) ist sie in der mittleren Altersgruppe der 40- bis 64 Jährigen (44 Prozent).

Fragen zu den Sorgen wegen Corona

Die psychosozialen Folgen der Coronakrise sind auch nicht zu unterschätzen. Von Einsamkeit fühlt sich derzeit jeder Dritte selbst bedroht – oder ein Familienmitglied.

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Der hr-hessentrend

Für den hr-hessentrend hat das Institut infratest dimap vom 2. bis 7. November dieses Jahres 1.002 wahlberechtigte Hessen telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten. Die Umfrage ist repräsentativ. Fragen und Antworten zum Thema Meinungsumfragen finden Sie hier.

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Gleichzeitig hellen sich die wirtschaftlichen Sorgen bei mehr Menschen etwas auf. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) befürchtet, dass sich seine Lage verschlechtert. Im Mai dieses Jahres, auf dem ersten Höhepunkt der Pandemie, hatten sich im hr-hessentrend noch 25 Prozent der Befragten besorgt über ihre Zukunft geäußert.

Unverändert verglichen mit dem hessentrend vom Mai ist dagegen der Anteil derer, die mit Skepsis auf die Einschränkungen der Freiheitsrechte blicken. Immerhin fast jeden Dritten treibt die Sorge um, dass dieser Zustand von längerer Dauer sein könnte.

Zusammenrücken in Zeiten der Abstandsregel

Und der Zusammenhalt im Familien- und Freundeskreis? Er hat bislang bei den wenigsten gelitten. Im Gegenteil: Die meisten Befragten (57 Prozent) sagen: Wir sind menschlich enger zusammengerückt. Jeder Zehnte registriert, dass es mehr Streit als früher gibt. Von Freundschaften, die wegen Corona sogar zerbrachen, berichten wenige (vier Prozent).

Fragen nach den Corona-Folgen fürs soziale Umfeld.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 11.11.2020, 19.30 Uhr