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Robert Lambrou, AfD

Afghanische Helfer von Bundeswehr und Botschaft sollen nur in Ausnahmefällen nach Deutschland kommen, fordert der hessische AfD-Chef Lambrou im hr-Sommerinterview. Stattdessen würde er Nachbarländern mehr Geld für die Unterbringung zahlen.

Der hessische AfD-Landeschef Robert Lambrou hat sich im hr-Sommerinterview dagegen ausgesprochen, alle afghanischen Ortskräfte von Bundeswehr und deutscher Botschaft in Deutschland aufzunehmen. Lambrou, der auch Vorsitzender der Landtagsfraktion ist, sagte: Er wolle dies nur "in berechtigten Ausnahmefällen", bei Menschen, die besonders gefährdet seien. "Zum Beispiel wissen wir, dass die islamistischen Taliban besonders unversöhnlich sind bei Dolmetschern."

Andere Ortskräfte sollten in Nachbarländern Afghanistans in Sicherheit gebracht werden, forderte Lambrou. "Holen wir zu viele dieser Menschen nach Deutschland, lösen wir eine Masseneinwanderung aus Afghanistan aus, da bin ich mir relativ sicher."

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte nach Anlaufschwierigkeiten bei den Evakuierungsflügen aus Kabul am Donnerstag versprochen, alle Ortskräfte nach Deutschland zu holen und dabei bürokratische Hürden zu senken.

"Viel mehr" Menschen vor Ort helfen

Lambrou sagte, stattdessen sollten Hilfsgelder für die Unterbringung in "sicheren Drittstaaten wie Usbekistan, Tadschikistan und Pakistan" zur Verfügung gestellt werden. Mit demselben Geld, mit dem Menschen in Deutschland versorgt würden, könne man vor Ort viel mehr Menschen helfen, so der AfD-Chef.

Eine kleine Anfrage seiner Landtagsfraktion habe ergeben, dass alleine das Land Hessen zwischen 2015 und 2020 2,3 Milliarden Euro für Geflüchtete gezahlt habe. "Nehmen Sie dieses Geld, helfen sie den Menschen in den sicheren Drittstaaten um Afghanistan herum, da kommen sie sehr, sehr weit." Auf Nachfrage wollte Lambrou allerdings keine Summe nennen. Das sei Sache des Bundestags.

Lambrou ist für die Maskenpflicht - anders als seine Partei

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In der Corona-Politik setzt die hessische AfD auf freiwillige Maßnahmen. Obwohl die Partei eine Maskenpflicht in ihrem Wahlprogramm kategorisch ablehnt, hält Lambrou es für notwendig, in bestimmten Bereichen eine Maske zu tragen: "Zum Beispiel in Räumlichkeiten, wo sich Menschen gedrängt aufhalten. Wir kommen wahrscheinlich nicht drumherum, in Bussen, wenn sie voll sind, auf einer Maskenpflicht zu bestehen."

Kein Reformbedarf bei der Polizei

Angesprochen auf rechtsextreme Chats bei hessischen Polizeibeamten sagte Lambrou, rechtsextreme Einstellungen seien "maximal Einzelfälle". Eine vom Innenminister eingesetzte Kommission hatte kürzlich umfangreiche Reformen bei der hessischen Polizei vorgeschlagen. "Ich sehe keinen Reformbedarf", sagte der AfD-Politiker im hr-Sommerinterview.

Robert Lambrou kommt gebürtig aus Münster und lebt in Wiesbaden. Er ist 53 Jahre alt und seit 2019 Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag.

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Die hr-Sommerinterviews gibt es immer samstags um 10.05 Uhr auf hr-iNFO, um 18.20 Uhr im hr-fernsehen sowie als Zusammenfassung um 19.30 Uhr in der hessenschau, auf hessenschau.de und in den Social-Media-Kanälen des hr. Alle Termine:

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