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Michael Immel interviewt Robert Lambrou in einer Fußgängerzone.

Im heftigen Streit mit zwei Mitgliedern seiner Landtagsfraktion will AfD-Chef Lambrou von einem Ausschluss noch nichts wissen. Er hoffe noch immer auf klärende Gespräche, sagte er im hr-Sommerinterview. In der "NSU 2.0"-Affäre warnt er vor einer Diffamierung der Polizei.

Im Umgang mit zwei unliebsam gewordenen Abgeordneten hat die AfD-Fraktion im Landtag noch keine Entscheidung getroffen. Im hr-Sommerinterview distanzierte sich Fraktionschef Robert Lambrou zwar von den Abgeordneten Rainer Rahn und Rolf Kahnt. Auf einen Ausschluss der beiden aus der Fraktion wollte er sich aber nicht festlegen.

"Keine Stasi-Methoden"

Beide nannte Lambrou Egozentriker, die "große Probleme bereiten". Der Landtags-Spitzenkandidat Rahn habe der eigenen Fraktion mit einer öffentlichen "hanebüchenen Kritik" - vermutlich absichtlich - geschadet. Lambrou kritisierte im Interview auch Äußerungen Rahns nach dem rassistisch motivierten Hanauer Attentat als "pietätlos". Rahn hatte direkt nach den Morden Shisha-Bars als Orte beschrieben, die "vielen missfallen". Dazu hatte Lambrou seinerzeit öffentlich nichts gesagt.

Der AfD-Fraktionschef verteidigte Protokolle, die von der Fraktion über das Verhalten Rahns und Kahnts geführt wurden. "Es gibt bei uns keine Stasi-Methoden", sagte er. Es sei um einen "allerletzten Versuch" gegangen, beide in die Fraktion einzubinden. Diese Hoffnung habe er immer noch.

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hessenschau vom 25.07.2020
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"Großes Vertrauen in die Polizei"

Zu den "NSU 2.0"-Drohmails und einem möglichen rechten Netzwerk bei der Polizei sagte Lambrou: "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Polizei und die Staatsanwaltschaft die Sache sehr ernst nehmen und mit Hochdruck ermitteln." Er selbst habe großes Vertrauen in die Polizei. Sollte sich ein Verdacht gegen "vereinzelte Polizisten" bestätigen, so müssten diese "hart abgestraft und entlassen" werden.

Man dürfe diese Vorgänge aber nicht benutzen, um die Polizei als solche zu "diffamieren und stigmatisieren", sagte Lambrou. Das Thema der Drohmails sei "zu ernst, um eine Personaldebatte vom Zaun zu brechen", erklärte er zur Rolle von Innenminister Peter Beuth (CDU). Es gelte, die Ermittlungen abzuwarten.

AfD-Politiker fordert mehr Corona-Lockerungen

Der Landes- und der Bundesregierung warf Lambrou vor, zu Beginn der Corona-Pandemie "acht Wochen geschlafen zu haben". In dieser Zeit hätte man vieles machen können, um den Lockdown zu verhindern oder abzumildern. Gleichwohl habe die Bundesregierung vieles richtig gemacht, nachdem sie erkannt habe, "dass die Sache ernster wird", sagte Lambrou.

Dass die Landesregierung Schulden für Coronahilfen aufnehme, begrüße die AfD. Man kritisiere aber, dass 12,5 Milliarden Euro auf einmal aufgenommen worden seien. Stattdessen müsse man "auf Sicht" fahren und nur die Schulden machen, die auch notwendig seien. Um Händler zu unterstützen, forderte Lambrou mehr Lockerungen. "Da ist noch einiges möglich", sagte er.

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Robert Lambrou
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Weitere Informationen

Hessens Spitzenpolitiker im hr-Sommerinterview

  • FDP-Fraktionschef René Rock - Samstag, 18. Juli
  • AfD-Landesvorsitzender Robert Lambrou - Samstag, 25. Juli
  • Linken-Fraktionschefin Janine Wissler - Samstag, 8. August
  • Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) - Samstag, 15. August
  • SPD-Landesvorsitzende Nancy Faeser - Samstag, 22. August
  • Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) - Samstag, 29. August
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Sendung: hr-fernsehen, hr-Sommerinterview, 25.07.2020, 18 Uhr