Christopher Plass 2015 im Wiesbadener Landtag

Christopher Plass ist im Alter von 63 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Der Journalist war über 30 Jahre vor allem als Korrespondent für den Hessischen Rundfunk und die ARD im Einsatz.

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Der Hessische Rundfunk trauert um seinen langjährigen Mitarbeiter Christopher Plass, der nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Plass berichtete 32 Jahre als Korrespondent für den hr und die ARD. Erst im April 2020 war der gebürtige Düsseldorfer in Altersteilzeit gegangen.

"Die Nachricht, dass Christopher Plass gestorben ist, macht uns alle im hr sehr traurig. Ich habe ihn als fachlich und menschlich herausragenden Kollegen sowie Journalisten kennengelernt und sehr geschätzt", würdigt ihn hr-Intendant Manfred Krupp. "Er war einer jener Korrespondenten, die unseren Programmen ihre unverwechselbare Prägung verliehen haben. Er stand für journalistische Qualität und einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk."

Ute Wellstein, Leiterin des hr-Landtagsstudios Wiesbaden: "Er war ein leidenschaftlicher Radiomann, der so gut war, weil er liebte, was er tat. Ob in Madrid, Berlin oder Wiesbaden: Bei ihm konnte man sicher sein, dass man das Wesentliche erfuhr."

Trauer über alle Parteigrenzen hinweg

Bestürzt über den Tod von Christopher Plass zeigte sich auch das politische Wiesbaden. Regierungssprecher Michael Bußer würdigte Plass als Journalisten mit Leib und Seele, der nicht immer bequem, aber stets fair gewesen sei. "Ein immer interessanter und angenehmer Gesprächspartner", twitterte Bußer unter dem Account der Staatskanzlei. Der Familie des Verstorbenen sprach Bußer sein Beileid aus.

Mit Trauer reagierte auch Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne): "Er war ein Berichterstatter, der sich für das Politische wie das Menschliche wirklich interessierte. Auf sein Wort war Verlass." Plass habe die journalistische Klaviatur, von der feinen Ironie bis zum bissigen Kommentar, beherrscht.

"Ich schätzte seine professionelle, faire und unaufgeregte Arbeitsweise. Und sein sportlich-fittes Einfahren in den Landtag", schrieb Holger Bellino, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU im Landtag. "Ein großer, leidenschaftlicher Journalist ist zu früh gegangen", twitterte der SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels, der Plass während seiner Amtszeit im Landtag kennenlernte.

Linken-Parteivorsitzende Janine Wissler, ebenfalls lange Jahre im Wiesbadener Landtag, schrieb bei Twitter: "Er war ein großer Journalist und ein feiner, angenehmer Mensch." Auch Nicola Beer (FDP), die stellvertretende Vorsitzende des EU-Parlaments, nahm Abschied: "Die Leidenschaft für ein erfolgreiches Hessen in einem starken Europa haben wir geteilt. Ruhe in Frieden."

Stationen in Madrid, Berlin und Wiesbaden

Christopher Plass fing 1988 beim hr als Redakteur im damaligen Zeitfunk an. 1992 wurde er Studioleiter in Madrid für den ARD-Hörfunk, bevor er von 1996 bis 1999 für den hr aus Bonn berichtete. Im kurz darauf neu gegründeten ARD-Hauptstadtstudio Berlin war er bis 2004 Mitglied des hr-Korrespondenten-Teams.

Seine nächste Station war das Gruppenbüro der ARD-Anstalten hr, rbb, SR und rb in Brüssel. Von dort aus versorgte er alle ARD-Radioprogramme mit europapolitischen Themen. Fast zeitgleich mit der ersten Amtszeit von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) arbeitete Plass 2010 als Landtagskorrespondent für den Hörfunk in Wiesbaden. Ab 2014 übernahm er dort die Studioleitung Hörfunk und leitete die Landespressekonferenz bis zu seinem Ausscheiden im vergangenen Jahr.

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