Das neue Quartier soll im Nordwesten Frankfurts an der A5 entstehen.
Das neue Quartier soll im Nordwesten Frankfurts an der A5 entstehen. Bild © picture-alliance/dpa

Mehrere hundert Menschen haben sich an einem Sternmarsch von CDU und Anrainer-Kommunen gegen den geplanten neuen Frankfurter Stadtteil an der A5 beteiligt. Die Aktion sorgte bereits im Vorfeld für Kritik.

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Der umstrittene Sternmarsch gegen den geplanten neuen Stadtteil im Nordwesten Frankfurts startete am Sonntagnachmittag an Punkten in Oberursel, Steinbach, Eschborn und Frankfurt. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich mehr als 500 Menschen. Zusammen kamen sie schließlich im Maislabyrinth in Oberursel-Weißkirchen zu einer Kundgebung.

Zu der Aktion aufgerufen hatten 14 CDU-Verbände aus Frankfurt und Anrainer-Kommunen. Das Motto lautete: "Lebensqualität erhalten - keine Betonburg an der A5!". Die Organisatoren befürchten unter anderem, dass wertvolle Grün- und Nutzflächen wegfallen und plädieren für Wohnungsbau an anderer Stelle. Steinbach und Oberursel hatten sich bereits gegen das Quartier neben der A5 ausgesprochen.

Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) kritisierte den Sternmarsch: "Die Metropolregion darf nicht dichtmachen", sagte Thomas Reimann vom VhU laut Mitteilung. Menschen seien willkommen. "Sie helfen, den Fachkräftebedarf der Unternehmen im Ballungsraum zu decken." Die Kommunen müssten deshalb mehr Neubaugebiete ausweisen.

Schäfer-Gümbel: "Aktion ist kleingeistig und peinlich"

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel kritisiere die Aktion als "kleingeistig und peinlich". "Es ist geradezu zynisch, wenn Besserverdiener mit CDU-Parteibuch in Zeiten wie diesen einen Sternmarsch gegen bezahlbare Wohnungen organisieren - und damit gegen alle Menschen, die sich das Wohnen in Frankfurt und Umgebung nicht mehr leisten können."

Auch im Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in Frankfurt hatte der geplante neue Stadtteil eine große Rolle gespielt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte Anfang des Jahres, er halte den Bau des Stadtteils für absolut notwendig, um für bezahlbare Mieten zu sorgen. Seine CDU-Kontrahentin Bernadette Weyland sprach sich dagegen aus: Eine Einhausung der A5 sei unbezahlbar, Frischluftschneisen würden verbaut.

In 10 bis 15 Jahren soll im Frankfurter Nordwesten Wohnraum für etwa 30.000 Menschen entstehen. Damit soll der Druck auf den Frankfurter Wohnungsmarkt genommen werden. Derzeit läuft die Voruntersuchung zum Großprojekt, das eine Bebauung östlich und westlich der A5 vorsieht.

Anm. d. Red.: In einer früheren Version haben wir auf Grundlage eines dpa-Berichts mit Polizeiangaben von rund 60 Teilnehmern berichtet. Nach Rücksprache mit den Organisatoren haben wir die Angabe korrigiert.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 19.08.2018, 19.30 Uhr