Eine Hand hält ein Coronatest-Röhrchen mit einer Klammer. Die andere Hand führt ein Coronatest-Stäbchen in das Röhrchen ein. Im Hintergrund der Oberkörper eines Schülers mit OP-Maske.

In der ersten Woche nach dem Schulstart wurden an Hessens Schulen dreimal so viele Corona-Fälle registriert wie in der Woche vor den Weihnachtsferien. Das Kultusministerium spricht dennoch von einem ruhigen Start. Die Gewerkschaft GEW warnt vor Personalmangel.

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Corona – Bilanz nach Schulstart

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Es sind nicht wirklich gute Nachrichten, die das hessische Kultusministerium in Wiesbaden am Montag zu verkünden hatte. Omikron ist längst an Hessens Schulen angekommen. Die hochansteckende Coronavirus-Variante hat dafür gesorgt, dass seit dem Ende der Weihnachtsferien vor einer Woche dreimal mehr Infektionen entdeckt wurden als in der Woche vor den Ferien.

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"Die aktuellen Infektionszahlen liegen über denen vom Herbst und sie werden vermutlich auch noch einige Zeit steigen", resümierte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Montag in einer Pressemitteilung. Bei 4.448 Schülerinnen und Schülern sowie bei 161 Lehrkräften fielen die obligatorischen Schnelltests in der vergangenen Woche positiv aus. PCR-Tests bestätigten bei 2.295 Schulkindern und 155 Lehrkräften die Corona-Infektion.

Die Positivquote lag damit laut Kultusministerium am Ende der vergangenen Woche unter Schülerinnen und Schülern bei 0,13 Prozent und unter Lehrkräften bei 0,14 Prozent. Vor den Ferien habe die Quote bei 0,04 Prozent gelegen. Dennoch bezeichnete der Minister den Schulstart als "weitgehend ruhig". Eine Einschätzung, die nicht alle teilen.

GEW warnt vor Personalmangel

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilte mit, dass die Auswirkungen von Omikron den Schulbetrieb von Tag zu Tag stärker belasteten. Vor allem das Rhein-Main-Gebiet sei davon betroffen, erklärt der GEW-Landesvorsitzende Thilo Hartmann. Insbesondere wachse der Anteil von Schulkindern und Personal, das aufgrund von Quarantänevorschriften oder Infektionen nicht am Unterricht teilnehmen könne.

Tatsächlich befinden sich nach Angaben des Kultusministeriums derzeit rund 4.500 Schülerinnen und Schüler sowie 425 Lehrkräfte in Quarantäne.

Präsenzunterricht so lange wie möglich

Sollte es in den kommenden Wochen wegen des dynamischen Infektionsgeschehens vereinzelt zu Personalengpässen kommen, will das Land nach eigenen Angaben den Schulen ermöglichen, flexibel zu reagieren. Das Ziel: den Präsenzunterricht so lange wie vertretbar aufrecht zu erhalten.

Das Kultusministerium teilte unter anderem mit, dass bei Personalknappheit der Fokus auf den Kernfächern liegen müsse. Zudem solle es Lehrpersonal in Quarantäne ermöglicht werden, Fernunterricht von zuhause aus anzubieten. "Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts ist insbesondere für die psychosoziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen auch weiterhin von zentraler Bedeutung", sagte Minister Lorz.

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Konzept für Abschlussprüfungen gefordert

Aus Sicht der GEW reichen derartige Maßnahmen allerdings nicht aus. Hartmann forderte von der Landesregierung Klarheit darüber, ab welchem Punkt Schulen bei einer weiteren Verschärfung der Lage vom Präsenz- zum Distanzunterricht übergehen sollten. "Dies sollte rechtzeitig geordnet geschehen, bevor schlimmstenfalls der Unterrichtsbetrieb komplett zusammenbricht."

Darüber hinaus sollte das Kultusministerium bekannt geben, wie die zentralen Abschlussprüfungen in diesem Schuljahr gehandhabt werden. Nach den Worten des GEW-Vorsitzenden muss es dringend Anpassungen geben, etwa wegen des hohen Unterrichtsausfalls durch erkrankte Lehrkräfte oder für von Quarantäne betroffene Schülerinnen und Schüler.

Im Kultusministerium bewegt man sich derweil auf einer schmalen Linie zwischen Zurückhaltung und Zweckoptimismus. "Wir arbeiten intensiv daran, dass unsere Schulen auch die zweite Hälfte des Winters gut überstehen", hieß es am Montag.

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