Hessen hält trotz eines zweiten bestätigten Todesfalls nach einem Polizeieinsatz mit Elektroschockern am Einsatz von Tasern fest. In einem der beiden Fälle ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin gegen zwei Polizisten.

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Ein Polizist testet einen Elektroschocker.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Debatte über Risiken von Taser-Einsätzen der Polizei

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Hessen hält trotz eines zweiten bestätigten Todesfalls nach einem Polizeieinsatz mit Elektroschockern am Taser fest.

Innenministerium: Klare Regeln für Taser-Einsatz

Es gebe klare Regeln für den Einsatz der Geräte, sagte ein Sprecher von Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag. Diese seien auch bei einem tödlich verlaufenen Einsatz in Fulda im Januar vergangenen Jahres eingehalten worden.

Im Innenausschuss des Landtags habe Beuth die Abgeordneten bereits im Mai über den Fuldaer Fall informiert, sagte der Sprecher. Publik wurde das allerdings erst jetzt durch eine Anfrage der Linken-Fraktion im Landtag.

Polizei berichtete nicht über Taser-Einsatz

Die Polizei hatte bei dem Einsatz in Fulda damals nicht über den Taser-Gebrauch und seine Folgen berichtet. Ein 63 Jahre alter Mann hatte in seiner Wohnung um sich geschossen und dabei auch einen Polizeihund getötet. Der Mann brach nach dem Elektroschock durch den Taser zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Dort starb er etwa zwei Wochen später. Die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelte wegen fahrlässiger Tötung gegen den Polizisten, der den Taser eingesetzt hatte. Die Ermittlungen wurden aber bald wieder eingestellt.

Taser-Einsatz als "mittelbare Todesursache"

Ehe der Fall in Fulda nun publik wurde, wurde im Mai dieses Jahres ein Todesfall nach einem Taser-Einsatz durch die Polizei in Frankfurt bekannt. Die Beamten hatten mit dem Gerät einen Mann außer Gefecht gesetzt, der sich gegen eine ärztliche Behandlung gewehrt hatte.

Der Mann war schwer zuckerkrank. Nach dem Elektroschock übergab er sich, wurde ohnmächtig und kam ins Krankenhaus. Dort starb er vier Tage später. Der Einsatz des Elektroschockgeräts komme laut Obduktion als "mittelbare Todesursache" in Betracht. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt weiterhin gegen zwei Beamte wegen des Verdachts auf schwere Körperverletzung mit Todesfolge.

Auch in Rheinland-Pfalz und Bayern werden Todesfälle mit Taser-Einsätzen der Polizei in Zusammenhang gebracht.

Sendung: hr-iNFO, 4.7.2019, 13 Uhr