Blick aus dem Cockpit eines Feuerwehrhubschraubers

Um besser gegen Waldbrände vorgehen zu können, brauchen Hessens Feuerwehren neue Ausrüstung. Am Samstag übergab Innenminister Beuth unter anderem neue mobile Wassertanks an Einsatzkräfte aus Darmstadt, Lauterbach, Wolfhagen und Wetzlar. Diese wurden bei einer Übung gleich ausgetestet.

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Geschenke für die Waldbrandbekämpfung
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Nach dem Hitzesommer 2018 ist es auch in diesem Jahr wieder heiß und viel zu trocken. Das bedeutet: Waldbrandgefahr. Feuerwehrverbände und Umweltbundesamt rechnen damit, dass diese immer weiter steigt. Hessen rüstet daher im Kampf gegen Waldbrände weiter auf.

Mobile Wassertanks als Geschenk

Am Samstag hat Innenminister Peter Beuth (CDU) auf dem Segelflugplatz Butzbach den Feuerwehren aus Darmstadt, Lauterbach und Wolfhagen sowie dem Hessischen Katastrophenschutz vier Feuerwehrcontainer voll mit Waldbrandbekämpfungs-Ausrüstung übergeben. Wert: Eine Million Euro. Hessen sei auf großflächige Waldbrände vorbereitet, so Beuth.

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Blick aus Helikopter
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Neu dabei in der Waldbrandbekämpfungs-Ausrüstung: Mobile Wassertanks. Sie sollen Feuerwehr, Polizeifliegern und Katastrophenschutz künftig das Löschen von Waldbränden erleichtern. Vorteil: Die faltbaren Behälter können von einem Löschzug in die Nähe eines Waldbrandes transportiert und dort betankt werden. Die Hubschrauber müssen so nicht mehr bis zum nächsten natürlichen Gewässer wie Fluss oder See fliegen und können in einer höheren Taktung das Wasser über einem Brandherd versprühen. Und die Taktung sei bei der Brandbekämpfung entscheidend, sagt Moritz von Zezschwitz, Leiter der hessischen Polizeifliegerstaffel.

Einer der mobilen Wassertanks wird einsatzbereit gemacht

"Wenn ich einen relativ langen An- und Abflugweg zu dem Gewässer habe, geht mir die Zeit verloren, in der ich Wasser abwerfen könnte", erklärt von Zezschwitz. "Das heißt, bei einem Brand würde man jetzt zunächst schauen, wo gibt es ein natürliches Gewässer zur Wasseraufnahme - und in der Zeit können parallel die mobilen Wasserbehälter in der Nähe der Brandstelle aufgebaut und befüllt werden, so dass man dann die An- und Abflugzeiten reduziert und so deutlich mehr Wasser an die Brandstelle bekommt."

Steuerung bäuchlings

Da die hessischen Feuerwehren keine eigenen Hubschrauber haben, kooperieren sie bei der Waldbrandbekämpfung aus der Luft mit den Hubschrauberstaffeln des Landes und des Bundes. Auf dem Segelflugplatz in Butzbach wurde die neue Ausrüstung heute vorgestellt und im Rahmen einer Waldbrandübung ausprobiert. Zum Einsatz kamen ein Hubschrauber der hessischen Polizeifliegerstaffel aus Egelsbach und ein Hubschrauber der Bundespolizei, die bei großflächigen Waldbränden gemeinsam zur Waldbrandbekämpfung ausrücken.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Waldbrandbekämpfung: Mobile Wassertanks übergeben

Ein Feuerwehrmann steuert bäuchlings ein sogennantes Bambi-Bucket
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An Bord: Jeweils zwei Piloten und ein "Operator". Er liegt bäuchlings an der geöffneten Hubschraubertür und steuert mit einem Joystick das sogenannte "Bambi-Bucket", einen Außenlastbehälter, mit dem der Hubschrauber Wasser aus dem mobilen Wassertank aufnimmt und während des Fluges über dem Wald wieder abgibt.

Innenminister zufrieden

"Bei so einem kleinen Tank wie hier muss man schon ein bisschen chirurgisch arbeiten", erklärt Helmut Brandt, Operator im Hubschrauber der Bundespolizei. "Das heißt, der Pilot muss dementsprechend feinfühlig fliegen und meine Einsätze müssen auch dementsprechend präzise sein".

Dreimal zogen die beiden Hubschrauber bei der Übung ihre Runden über dem Segelflugplatz Butzbach, tankten präzise Wasser mit dem Bambi-Bucket aus dem mobilen Wassertank und versprühten es anschließend über dem angrenzenden Wald. Zufriedene Gesichter im Publikum - bei Innenminister Beuth, den Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren und den großen wie kleinen Hubschrauberfans, die das Spektakel neugierig verfolgt hatten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 03.08.2019, 19.30 Uhr