Rainer Rahn AfD

Unkollegialität, Bespitzelung: Gegenseitige Vorwürfe belasten schon länger das Verhältnis zwischen der AfD-Landtagsfraktion und ihren Mitgliedern Rolf Kahnt und Rainer Rahn. Jetzt liegen zwei Ausschlussanträge vor.

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hs 18.09.2020 um 19:30 Uhr Thumbnail
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Die AfD-Fraktion im Landtag will zwei ihrer jetzigen Mitglieder ausschließen. "Diese Anträge gibt es", bestätigte Fraktionssprecher Benjamin Günther dem hr am Donnerstag.

"Unkollegiales Verhalten"

Bei den Abgeordneten handelt es sich um Rolf Kahnt und Rainer Rahn. Zwischen ihnen und der Fraktionsspitze schwelt schon länger ein tiefer Konflikt mit schweren Anschuldigungen. Die Fraktion wirft ihnen "unkollegiales Verhalten" vor.

Rolf Kahnt (AfD)

So soll Rahn regelmäßig Fraktionssitzungen geschwänzt haben, Kahnt werden unabgesprochene Alleingänge im Parlament vorgeworfen. In Ausschüssen soll er gegen die Fraktionslinie agiert haben.

Verhaltensprotokolle angefertigt

Über Rahns und Kahnts Verhalten wurde auch parteiinterne Dossiers angefertigt. So habe Rahn sich auf einer Veranstaltung in der Landesvertretung "von der AfD-Fraktion separiert" und vorwiegend mit CDU-Politikern gesprochen.

Selbst Kahnts Auftreten gegenüber einem Kellner beim Mittagessen oder seine Körpersprache während Redebeiträgen von Fraktionskollegen wurden dort dokumentiert. Rahn warf seinen Parteifreunden Bespitzelung vor, "schlimmer als die Stasi".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausschlussanträge gegen zwei AfD-Fraktionsmitglieder

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Noch im hr-Sommerinterview Ende Juli hatte der Fraktionschef der AfD im Landtag, Robert Lambrou, von der Hoffnung gesprochen, mit beiden weitermachen zu können. Kahnt und Rahn seien Egozentriker, die "große Probleme bereiten". Die Verhaltensprotokolle verteidigte Lambrou als "allerletzten Versuch", beide in die Fraktion einzubinden.

Fraktionssprecher sieht klare Mehrheit für Ausschluss

Der Versuch scheint endgültig gescheitert. In einer Fraktionssitzung am 20. Oktober soll über die Ausschlussanträge abgestimmt werden. Zur ihrer Annahme wird eine Zweidrittelmehrheit benötigt. Laut Sprecher Günther haben 15 der 18 Mitglieder bereits Zustimmung signalisiert.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.9.2020, 19.30 Uhr