Der Luisenplatz mit Ludwigsmonument und Regierungspräsidium in Darmstadt.
Der Luisenplatz mit Ludwigsmonument und Regierungspräsidium in Darmstadt. Bild © Imago/Archiv

Mehr als 14.500 Euro. So viele Schulden hat jeder Darmstädter im Schnitt angehäuft. Damit führt die Stadt nicht nur landes-, sondern auch bundesweit das ungeliebte Ranking an. Auch andere hessische Kommunen schneiden schlecht ab.

Darmstadt hält den "Spitzenplatz" bei Deutschlands höchster Pro-Kopf-Verschuldung. Nachdem die Stadt schon 2016 die bundesweite Statistik angeführt hatte, bleibt sie auch 2017 vorne. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Demnach stand jeder Einwohner mit 14.581 Euro in der Kreide. Dafür würde man einen neuen Kleinwagen bekommen.

Hochtaunuskreis hoch verschuldet

Auf Darmstadt folgen im Landesvergleich die Stadt Heringen (Hersfeld-Rotenburg) mit 12.749 Euro pro Kopf, Offenbach (8.686 Euro), Frankfurt (7.443 Euro) und Wiesbaden (5.634 Euro). Hoch verschuldet ist laut Statistik auch der Hochtaunuskreis mit 6.435 Euro, der bundesweit unter den Kreisen in der Negativliste auf Platz fünf liegt.

Andere hessische Kommunen haben dagegen nur einen Bruchteil dieser Schulden. Am geringsten verschuldet sind die vergleichsweise kleinen Gemeinden Jossgrund (Main-Kinzig) und Ludwigsau (Hersfeld-Rotenburg). Dort liegt die Verschuldung bei jeweils 62 Euro pro Kopf.

Jeder Hesse statistisch mit 5.189 Euro in der Kreide

Die Statistik umfasst Schulden der kommunalen Ebene beim nicht-öffentlichen Bereich zum Stichtag am 31. Dezember 2017. Insgesamt standen die Kommunen zu diesem Zeitpunkt mit 32,3 Milliarden Euro in der Kreide. Das entspricht einer Verschuldung von 5.189 Euro je Einwohner. Nur die Kommunen des Saarlands sind noch höher verschuldet (6.844 Euro). Die geringsten Verbindlichkeiten weisen Bayern (2.378 Euro) und Sachsen (2.567 Euro) auf.

Die Stadtverwaltung in Darmstadt hält die Statistik erfahrungsgemäß für wenig aussagekräftig. Sie umfasse nicht nur die Verschuldung der Stadt, sondern auch die Verbindlichkeiten der städtischen Beteiligungen, zum Beispiel des Energieversorgers Entega und der Wohnungsbaugesellschaft Bauverein AG, hatte ein Stadtsprecher im März kritisiert. Die Vermögensseite werde zudem nicht betrachtet.

Sendung: hr-iNFO, 28.11.2018, 9.00 Uhr