Tiger Hubschrauber
Ein Kampfhubschrauber Tiger, im Hintergrund ein Transporthubschrauber der Bundeswehr. Bild © picture-alliance/dpa

Die in Fritzlar stationierten rund 30 Kampfhubschrauber vom Typ Tiger dürfen vorerst nicht abheben. Der Hersteller hat die Bundeswehr vor möglicherweise brüchigen Verbindungsbolzen gewarnt. Es bestehe Absturzgefahr.

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Tiger-Kampfhubschrauber

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Flugstopp für Kampfhubschrauber Tiger

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Die Bundeswehr hat wegen möglicherweise fehlerhafter Bauteile alle Kampfhubschrauber Tiger vorerst aus dem Verkehr gezogen. Der Flugbetrieb mit allen 53 Maschinen sei ausgesetzt, teilte das Presse- und Informationszentrum des Heeres am Mittwoch mit. Der Flugstopp betrifft die Tiger im Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) und im deutsch-französischen Heeresfliegerausbildungszentrum in Le Luc in Frankreich.

Hintergrund sei eine Hersteller-Mitteilung, dass bestimmte verbaute Bolzen einen Mangel aufweisen könnten. Sicherheit habe oberste Priorität, betonte die Pressestelle des Heeres in ihrer Mitteilung. Daher habe der für den Flugbetrieb zuständige General die Anweisung gegeben, den Flugbetrieb vorläufig auszusetzen. Allein in Fritzlar sind davon rund 30 Tiger betroffen, wie ein Sprecher des Heeres auf Nachfrage von hessenschau.de sagte.

Wiederholt Probleme in der Hubschrauberflotte

Zur Zeit seien keine Maschinen im Auslandseinsatz, es gehe also nur um Routineflüge. Auf jeden Fall würden alle Tiger-Hubschrauber vor dem nächsten Flug gründlich überprüft und falls notwendig Bolzen ausgetauscht. Die Helikopter kamen zuvor etwa bei der Bundeswehr-Mission im westafrikanischen Mali zum Einsatz.

Bei der Hubschrauberflotte der Bundeswehr gab es wiederholt Probleme. Vor zwei Jahren stürzte ein ursprünglich in Fritzlar stationierter Tiger mit zwei nordhessischen Soldaten in Mali ab.

Medienbericht: Bolzen in Rotorsteuerung betroffen

Laut einem Bericht des Magazins Spiegel handelt es sich bei dem defekten Bauteil um einen Verbindungsbolzen innerhalb der Rotorsteuerung. Der Hersteller Eurocopter habe darauf hingewiesen, dass manche dieser Bauteile aus Titanium eine Wasserstoffversprödung aufweisen könnten.

Sie könnten daher während des Flugs brechen, was nach Einschätzung von Experten einen Absturz auslösen könnte. Die Flugpause sei deswegen bereits am 2. August angeordnet worden, hieß es weiter.

Flugsicherheitsausschuss erörtert weiteres Vorgehen

Für Donnerstag habe der für die Flugsicherheit zuständige General deswegen den Flugsicherheitsausschuss einberufen, teilte die Bundeswehr weiter mit. Dieses Expertengremium solle das weitere Vorgehen erörtern.

Den Angaben zufolge wurden Bolzen derselben Bauart auch im Transporthubschrauber NH90 sowie im Schulungshubschrauber EC135 verbaut - allerdings nicht an sicherheitsrelevanten Stellen. Daher laufe der Flugbetrieb im Heer mit diesen Maschinen weiter.

Sendung: hr3, 07.08.2019, 18.00 Uhr