Ministerpräsident Volker Bouffier

In Hessen gelten die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bereits bis Ende der Osterferien. Nun gilt dies bundesweit. Ministerpräsident Bouffier appellierte, die Regelungen zu befolgen - "auch wenn das Wetter schön ist".

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Was wegen des Coronavirus in Hessen bereits gilt, wird ab sofort einheitlich bundesweit geregelt: Bis zum Ende der Osterferien - bis Sonntag, 19. April - bleiben zunächst die bereits beschlossenen Kontaktbeschränkungen in Kraft: Menschen dürfen sich also maximal mit einer Begleitperson in der Öffentlichkeit aufhalten. Wohnungsgemeinschaften wie Familien sind davon ausgenommen.

Diese bundesweite Vereinheitlichung haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch während einer Telefonkonferenz beschlossen.

Bouffier: "Beherzigen Sie die guten Ratschläge"

Die Bundeskanzlerin sagte im Anschluss, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", sagte Merkel. Und: "Bleiben Sie weiter stark und halten Sie die Regeln ein."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) appellierte in einer anschließenden Pressekonferenz: "Beherzigen Sie die guten Ratschläge - auch wenn das Wetter schön ist." Man wolle die Lage während der Osterferien weiter beobachten und dann gegebenenfalls neu bewerten.

Regelungen gelten in Hessen schon bis Ende der Osterferien

Die Landesregierung hatte in ihrer dritten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 14. März die Kontakbeschränkungen zunächst bis Samstag, den 18. April befristet. An dem Wochenende enden in Hessen und fast allen anderen Bundesländern die Osterferien.

Bis dahin bleiben nach den bisherigen Verordnungen auch Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Ob das auch danach vorerst so bleibt, hängt laut Bouffier vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

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Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen ab jetzt verboten

Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hatte am Mittwoch bereits über weitere Beschränkungen für Krankenhäuser und Pflegeheime informiert. Besuche dort sind demnach jetzt generell verboten. Damit werde die bisherige Begrenzung auf eine Stunde und einen Besucher pro Tag aufgehoben, teilte Klose mit.

Ausnahmen sind laut Klose nur in besonderen Fällen möglich und nur unter besonderen Schutzvorkehrungen. Dazu zähle etwa "der letzte Besuch bei einem Sterbenden" und die "medizinisch gebotene Anwesenheit des Vaters bei der Geburt eines Kindes". Solche Vorschriften galten bereits in vielen Einrichtungen.

"Das ist schwer und auch etwas, was ans Herz geht", sagte Ministerpräsident Bouffier über die schärferen Regeln für Altenpflege-Einrichtungen. Aber man dürfe die älteren Mitbürger nicht gefährden.

Keine Maskenpflicht

Das verpflichtende Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit lehnten Bund und Länder ab, wie Ministerpräsident Bouffier berichtete. Es sei gut, wenn sich jeder schützt, sagte Bouffier. "Aber eine Maske, die umfassend schützt, müssen wir erst einmal den Kliniken zur Verfügung stellen."

Er sei froh über die einheitlichen Beschlüsse von Bund und Ländern, sagte Bouffier abschließend. Ein falscher Wettbewerb untereinander mache keinen Sinn.