Die Mathildenhöhe in Darmstadt
Die Mathildenhöhe in Darmstadt Bild © Imago

Fast 15.000 Euro Schulden pro Einwohner: Die am höchsten verschuldete kreisfreie Stadt Deutschlands ist mit weitem Abstand Darmstadt. Hessen kommt bei der kommunalen Verschuldung insgesamt schlecht weg.

In dieser aktuellen Statistik liegt Hessen bundesweit ziemlich vorne - aber das ist keine gute Nachricht. Pro Einwohner standen die Kommunen des Bundeslandes Ende 2016 mit 5.353 Euro in der Kreide. Nur das Saarland hatte einen noch schlechteren Wert. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervor.

Die niedrigsten Schuldenstände verzeichneten die Kommunen in Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen. Im Schnitt lag die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland bei 3.509 Euro.

Offenbach bringt es auf 9.266 Euro Pro-Kopf-Verschuldung

Darmstadt führt mit 14.989 Euro Schulden je Einwohner die Liste der am höchsten verschuldeten kreisfreien Städte Deutschlands an. Darauf folgen im Landesvergleich Offenbach mit einer Verschuldung von 9.266 Euro pro Kopf, Frankfurt (7.315 Euro), Wiesbaden (5.589 Euro) und Kassel (4.999 Euro).

Die Stadtverwaltung in Darmstadt hält die Statistik für wenig aussagekräftig. Nach ihren Berechnungen lag ihre Pro-Kopf-Verschuldung vielmehr nur bei 4241 Euro. Die Statistik umfasse nicht nur die Verschuldung der Stadt, sondern auch die Verbindlichkeiten der städtischen Beteiligungen, zum Beispiel des Energieversorgers Entega und der Wohnungsbaugesellschaft Bauverein AG, kritisierte Stadtsprecher Klaus Honold. Die Vermögensseite werde zudem nicht betrachtet.

Zahlen aus dem vergangenen Jahr liegen noch nicht vor

Hoch verschuldet ist auch der Hochtaunuskreis mit 6.555 Euro, der es bundesweit unter den Landkreisen in der Negativliste auf Platz fünf bringt. Stark verschuldet sind einige der "Sonderstatusstädte" (zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner), die auch einen Teil der Aufgaben der Kreise erledigen. Dazu gehören Rüsselsheim (8.479 Euro) und Hanau (8.675 Euro).

Einbezogen in die Statistik sind alle Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich, auch die der kommunalen Beteiligungen. Aktuelle Zahlen für 2017 liegen laut Bundesamt noch nicht vor. Im vergangenen Jahr zeichnete sich dank der guten konjunkturellen Lage ein allgemeiner Rückgang der Gesamtschulden bei den Kommunen ab.

Sendung: hr-iNFO, 08.03.2018, 11.00 Uhr