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Die Landesregierung hat sich nun doch gegen den Einsatz einer Corona-Analyse-Software von der US-Firma Palantir entschieden. Der Test der Software hatte zu harscher Kritik der Opposition geführt.

Die Landesregierung hat sich gegen den Einsatz einer Analyse-Software der US-Firma Palantir im Kampf gegen die Corona-Pandemie entschieden. Das sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) der FAZ. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte dem hr, dass erste Gespräche mit Palantir geführt worden seien, als ein dramatisches Szenario gedroht habe. Angesichts der aktuellen Lage habe sich Sozialminister Kai Klose (Grüne) aber gegen einen Einsatz der Software entschieden.

Scharfe Kritik aus der Opposition

SPD und Linke im Landtag hatten zuletzt die Überlegungen der Landesregierung scharf kritisiert, ausgerechnet Palantir mit einem datenschutzrechtlich so sensiblen Thema zu beauftragen. Die Methoden der Firma Palantir sind umstritten. Durch das sogenannte Data-Mining werden riesige Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen gesammelt, die dann wieder neu miteinander verknüpft werden können, um so Erkenntnisse über tatsächliche oder vermeintliche Verbindungen zu finden.

Hessen ist schon Kunde bei Palantir

Der US-Verteidigungsministerium, der US-Geheimdienst CIA und das FBI nutzen Palantir-Produkte etwa für die Terrorbekämpfung. Kritiker befürchten, dass sensible Gesundheitsdaten in die falschen Hände geraten könnten.

Hessen ist schon länger Kunde bei Palantir: Die Software "Gotham" bildet die Basis für das Analyse-Instrument "Hessendata", mit dem die hessische Polizei arbeitet. Auch hier gab es viel Protest von Kritikern. Im Landtag gab es einen Untersuchungsausschuss zur Vergabe des Auftrags an Palantir. Das hessische Innenministerium bestreitet allerdings kategorisch, dass US-amerikanische oder auch deutsche Behörden über Palantir sensible Daten abgreifen könnten.