Ein Mann sitzt bei Sonnenschein in einem Restaurant.

Restaurants dürfen bald wieder öffnen, Sport ist schon wieder möglich. Was die neuen Corona-Lockerungen aber im Alltag bedeuten, erklärt die Landesregierung nun im Internet. Denn der Teufel steckt auch hier im Detail.

Die Corona-Maßnahmen werden gelockert - aber wie genau? Als die Landesregierung am Donnerstag darüber informierte, was in Zukunft erlaubt ist und was nicht, blieb vieles noch unklar: Was bedeutet es konkret, wenn "Veranstaltungen mit weniger als 100 Teilnehmern" zulässig sind? Und wenn kontaktloser Breitensport unter freiem Himmel erlaubt ist, was ist dann mit Schwimmbädern?

Inzwischen hat das hessische Wirtschaftsministerium sogenannte "Auslegungshinweise" veröffentlicht, die detailliert erklären sollen, wie genau die Regierung das Virus im Griff behalten will, trotz Lockerungen, und was das etwa für Casinos oder Futtermittelgeschäfte bedeutet.

Das Wichtigste im Überblick:

Veranstaltungen und Treffen:

Grundsätzlich gilt unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln: In der Öffentlichkeit darf man sich nach wie vor nur mit einem weiteren Menschen aufhalten, oder mit Familien- beziehungsweise Haushaltsmitgliedern. Dazu dürfen seit Samstag noch die Mitglieder eines anderen Haushaltes kommen. Gemeinsames Grillen oder Picknicken in der Öffentlichkeit bleibt verboten. Veranstaltungen im "engen privaten Kreis" sind aber erlaubt.

Allerdings listet die Landesregierung noch eine Reihe von Veranstaltungen auf, die unter bestimmten Voraussetzungen außerdem möglich sind: Von A wie "Autokino" bis Z wie "Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften". Voraussetzung ist immer das Einhalten der Hygienevorschriften. Dazu zählt auch, dass der Veranstalter eine Liste mit Namen, Telefonnummern und Adressen der Teilnehmer führen muss.

Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern brauchen eine Genehmigung. Das gilt aber nicht für Versammlungen wie Demonstrationen. Hier ist auch keine Teilnehmerliste notwendig.

Einrichtungen und Sport

Eine ganze Reihe von Einrichtungen und Veranstaltungen bleibt bis mindestens 5. Juni geschlossen. Dazu zählen Diskos, Saunen, Schwimmbäder und Volksfeste. Grund: Hier könnten die Abstands- und Hygieneregeln "typischerweise nicht sichergestellt werden".

Beim Sport ist es komplizierter: Sportwettkämpfe sind grundsätzlich verboten, außer im Profi- und Spitzensport, Wettkampfsimulationen im Training dagegen sind unter Umständen erlaubt. Vor dem ersten Training sollte man allerdings bedenken: Duschen und Umkleidekabinen müssen geschlossen bleiben.

Dass Kitas ab dem 2. Juni wieder einen eingeschränkten Regelbetrieb anbieten sollen und Schulen schon ab 18. Mai wieder weitgehend öffnen, war zuvor schon bekannt.

Einkaufen

Eine riesige Liste von "Verkaufsstätten und ähnlichen Einrichtungen" macht klar: Einkaufen ist so gut wie überall erlaubt. Ausnahmen sind zum Beispiel Kunst- und Trödelmärkte, weil die unter - siehe oben - Veranstaltungen fallen. Wochenmärkte dürfen dagegen öffnen. Wichtig ist nur immer: Abstand halten und Mund-Nase-Schutz tragen. Das gilt übrigens auch in Ladenstraßen von Einkaufszentren.

Restaurants und Hotels

Ab Freitag, 15. Mai, dürfen Restaurants, Hotels und Eiscafés wieder öffnen, solange die Hygieneregeln eingehalten werden. Und die haben es in sich. Wenn Bewirtung angeboten wird, muss zum Beispiel auch hier der Betreiber Name, Anschrift und Telefonnummer der Gäste notieren. Außerdem ist jetzt im Detail geregelt: Es dürfen keine Salzstreuer auf dem Tisch stehen.

Kneipen dürfen nicht öffnen, wenn sie mit Tanzlokalen vergleichbar sind, wenn sie aber Gaststätten ähneln, dann schon. Hotels dürfen öffnen, solange die Wellnessbereiche geschlossen bleiben.

Bildungsangebote und Dienstleistungen

Fahr-, Musik-, Hunde- und Volkshochschulen - und viele andere - dürfen öffnen. Wie immer aber gelten auch hier bestimmte Hygieneregeln. Dienstleistungen wie Beratungen oder Handwerkertätigkeiten sollen ohne Körperkontakt laufen - und wo das nicht möglich ist (z.B. Friseure, Nagelstudios und Massagepraxen), gelten besondere Vorschriften. Bordelle bleiben aber dicht.

Sendung: hr-iNFO, 10.05.2020, 15.00 Uhr