Ein Facebook-Nutzer versetzt das Profil einer Verstorbenen in den Gedenkzustand (gestellte Szene).
Ein Facebook-Nutzer versetzt das Profil einer Verstorbenen in den Gedenkzustand (gestellte Szene). Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Angehörige von Verstorbenen sollen deren Konten auf sozialen Medien wie Facebook erben dürfen. Das fordert Justizministerin Kühne-Hörmann. Facebook-Nutzer können schon jetzt Vorsorge treffen.

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zum Video Wer darf digitale Daten erben?

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) hat am Dienstag im Landtag ihre Forderung bekräftigt, wonach Nutzer-Konten in sozialen Medien vererbt werden können. Es müsse Möglichkeiten für die Erben geben, Zugang zu den Daten zu erhalten, sagte sie während einer Regierungserklärung im Landtag in Wiesbaden. Bislang gibt es dafür in Deutschland keine Rechtsgrundlage.

Die digitale Welt habe nahezu jeden Bereich des Lebens erfasst, sagte die Ministerin: "Das Daten-Erbe ist deshalb dem analogen Erbe gleichzusetzen."

„Die digitale Welt hat nahezu jeden Bereich des Lebens erfasst. Es ist deshalb notwendig, dass der Gesetzgeber auch eine klare Regelung fasst, wie es mit dem digitalen Erbe auszusehen hat.“ #Regierungserklärung #Hessen #DigitalesErbe #BereitfürMorgen

Zuerst hatte die Bild-Zeitung über die gemeinsame Forderung von Kühne-Hörmann und ihrem bayerischen Amtskollegen Winfried Bausback (CSU) berichtet.

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Videos der Landtagsdebatte

Videos der Reden zur Regierungserklärung finden Sie hier.

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Diese Möglichkeiten haben Facebook-Nutzer bislang

Bei Facebook beispielsweise haben Angehörige im Falle des Todes eines Nutzers bislang folgende Möglichkeiten:

  • Das Facebook-Konto löschen lassen: Dazu müssen sie hier nachweisen, dass die nahestehende Person verstorben ist, zum Beispiel durch eine Sterbeurkunde, und dass sie mit dem Verstorbenen verwandt sind.
  • Facebook-Account eines Freundes oder Angehörigen in den Gedenkzustand versetzen lassen. So wird das Profil zu einem digitalen Ort der Trauer. Dafür reicht zum Beispiel eine Todesanzeige des Verstorbenen, die Freunde oder Angehörige hier hochladen können.
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Facebook-Infos

Facebook fasst hier zusammen, welche Möglichkeiten es für Konten Verstorbener gibt.

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Wer die Zugangsdaten des Verstorbenen hat, kann dessen Konto ohnehin löschen oder das Profil im Gedenken weiterführen. Allerdings ist dieser Weg laut Facebook-Geschäftsbedingungen und Strafgesetzbuch streng genommen illegal.

Vorsorge zu Lebzeiten

Wer zu Lebzeiten vorsorgen will, kann auf Facebook in den Allgemeinen Kontoeinstellungen einen Nachlasskontakt bestimmen. Diese Person kann laut Facebook beispielsweise einen Beitrag in der Chronik fixieren, auf neue Freundschaftsanfragen antworten und das Profilbild des Verstorbenen aktualisieren. Allerdings könne sie nicht im Namen des Verstorbenen posten oder Nachrichten sehen. Dem Nachlasskontakt kann außerdem erlaubt werden, eine Kopie der zu Lebzeiten auf Facebook geteilten Inhalte herunterzuladen.

Ebenfalls können Facebook-Nutzer in den Allgemeinen Kontoeinstellungen verfügen, dass statt des Nachlasskontakts das eigene Konto nach dem Tod gelöscht wird. Auch hierzu benötigt Facebook eine Mitteilung über den Tod des Verstorbenen.

Ihre Kommentare Welche Erfahrungen mit Facebook-Konten Verstorbener haben Sie gemacht?

1 Kommentar

  • ... damit zwar noch keine Erfahrung außer vom Hören-Sagen, aber ich find es schon suspekt bis lachhaft, daß Facebook hier einen auf Datenschutz macht aber auf der anderen Seite haben Verstorbene keinen "Datenschutz" und jeder darf Gräber abfotografieren und auch mit Geb.- und Todesdatum ins Netz stellen. Für Verstorbene, die weit vor dem Wort Internet verstorben sind (aber auch für alle anderen) und vor allem für die Angehörigen, die das nicht möchten, finde ich das unter aller Sau.... aber leider rechtlich kaum eine Handhabe, da Tote hier keinen Datenschutz mehr haben....