Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) steigt aus seinem Dienstwagen.

Wer hätte das von einer schwarz-grünen Landesregierung gedacht? Die hessischen Ministerinnen und Minister fahren die im Schnitt umweltschädlichsten Dienstwagen aller Länderkabinette. Auch der Dienstwagen des Ministerpräsidenten schneidet im aktuellen Vergleich schlecht ab.

Die hessische Landesregierung ist im Bundesländer-Vergleich mit der umweltschädlichsten Dienstwagenflotte unterwegs. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Erhebung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor.

Die Autos der Kabinettsmitglieder stoßen demnach im Realbetrieb durchschnittlich 255 Gramm Kohlendioxid (CO2) je Kilometer aus. Zum Vergleich: Die Dienstfahrzeuge von Spitzenreiter Bremen kommen im Schnitt auf lediglich 199 g/km. Den vorletzten Platz belegt die grün-geführte Landesregierung von Baden-Württemberg.

  1. Bremen (199 g/km)
  2. Hamburg (202)
  3. Berlin (202)
  4. Rheinland-Pfalz (212)
  5. Brandenburg (218)
  6. Bayern (225)
  7. Mecklenburg-Vorpommern (225)
  8. Saarland (226)
  9. Schleswig-Holstein (227)
  10. Thüringen (228)
  11. Sachsen-Anhalt (233)
  12. Sachsen (235)
  13. Niedersachsen (240)
  14. Nordrhein-Westfalen (241)
  15. Baden-Württemberg (244)
  16. Hessen (255)

Bouffiers Dienstwagen schneidet schlecht ab

Der Dienstwagen von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schneidet ebenfalls schlecht ab. Sein Fahrzeug kommt demnach auf 376 Gramm CO2 pro Kilometer und lande damit im Vergleich mit seinen Ministerkollegen auf dem vorletzten Platz.

Bouffier fährt einen Audi A8 quattro, der laut Umwelthilfe 10,9 Liter je 100 Kilometer verbraucht. Umweltschädlicher fahre nur Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit 408 g/km und 11,6 Liter.

  1. Andreas Bovenschulte (Bremen/SPD) - Mercedes Benz E 300e (200 g/km)
  2. Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern/SPD) - BMW 740Ld xDrive (207)
  3. Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz/SPD) - Audi A8 L50 TDI quattro (225)
  4. Peter Tschentscher (Hamburg/SPD) - Mercedes-Benz E 400 d (227)
  5. Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg/Grüne) - Mercedes-Benz S 500e (228)
  6. Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen/CDU) - Audi A8 L 50 TDI quattro (231)
  7. Stephan Weil (Niedersachsen/SPD) - Audi A8 3.0 TDI L quattro (235)
  8. Markus Söder (Bayern/CSU) - BMW 740Ld xDrive (237)
  9. Tobias Hans (Saarland/CDU) - BMW 740d xDrive (238)
  10. Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt/CDU) - BMW 740Ld xDrive (238)
  11. Dietmar Woidke (Brandenburg/SPD) - Mercedes-Benz S 350d (239)
  12. Michael Kretschmer (Sachsen/CDU) - BMW 750Ld xDrive (244)
  13. Daniel Günther (Schleswig-Holstein/CDU) - BMW 750Ld xDrive (247)
  14. Bodo Ramelow (Thüringen/Linke) - BMW 750 xDrive (247)
  15. Volker Bouffier (Hessen/CDU) - Audi A8 L 4.0 TFSI quattro (376)
  16. Michael Müller (Berlin/SPD) - Mercedes-Benz S-Guard 600 Limousine (408)

Umwelthilfe appelliert an Vorbildfunktion

Für ihren 13. jährlichen Dienstwagencheck untersuchte die Deutsche Umwelthilfe 237 Autos von Politikern. Insgesamt seien die CO2-Emissionen bei Dienstfahrzeugen erstmals gestiegen, hieß es. Keiner der Wagen der Regierungspolitiker im Bund und in den Ländern hielt demnach EU-Flottengrenzwerte ein.

"Wir brauchen endlich Ministerpräsidenten und Minister, die mit positivem Beispiel vorausfahren", forderte Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Die Definition realer Ausstoß der DUH ist nicht identisch mit den Angaben zum offiziellen CO2-Normausstoß der Autohersteller, die deutlich tiefer liegen. Bei ihrer eigenen Erhebung berechnet die DUH die durchschnittliche Abweichung der Herstellerdaten von Messwerten im tatsächlichen Fahrbetrieb. Sie stützt sich dabei auf Methoden des Umweltforschungsverbunds ICCT.

Sendung: hr-iNFO, 09.12.2019, 14.00 Uhr