Rhein Auschwitz

Landtags-Präsident Boris Rhein hat sich in Auschwitz für verpflichtende Besuche von Schülern und Schülerinnen in KZ-Gedenkstätten ausgesprochen. Sein Ziel: Immunität gegen Rassismus und Antisemitismus.

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zum Video Schüler sollen regelmäßig KZ-Gedenkstätten besuchen

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Angeführt von Landtags-Präsident Boris Rhein (CDU) hat am Donnerstag eine 20-köpfige hessische Reisegruppe in Auschwitz der mehr als 1,1 Millionen Opfer des früheren Konzentrationslagers gedacht. Rhein, der von Vertretern der jüdischen Gemeinde und der Sinti und Roma sowie vier Vize-Präsidenten des Landtags begleitet wurde, legte an der sogenannten Todeswand einen Kranz ab und sprach sich in einer kurzen Rede für einen verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Vergangenheit aus. Entscheidend dabei: die Zukunft.

"Immun gegen die Krankheit Rassismus"

Denn nur, wenn der Schrecken des Holocausts weiter auch in den Köpfen der jungen Hessen bleibe, könne ein weiteres Abdriften nach rechts verhindert werden. Die Fehler erkennen, um zukünftig nicht die gleichen Fehler erneut zu machen: "Ich bin der festen Überzeugung", so Rhein, "dass es die Regel sein sollte, dass Schülerinnen und Schüler hier nach Auschwitz oder in ein anderes Konzentrationslager kommen." Begreifen durch Sehen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So lief der Besuch der Landtags-Delegation in Auschwitz

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Mit diesen verpflichtenden und regelmäßigen Besuchen sollen junge Menschen, so der CDU-Politiker, "immun werden gegen die Krankheiten Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus". Die Politik stehe in der Verantwortung, die Nazi-Gräueltaten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Auschwitz dürfe sich nie wieder wiederholen.

Die AfD ist nicht dabei

Auch deshalb hatte der neue Präsident des Landtags seine erste Auslandsreise in Richtung Ausschwitz angetreten und auf der zweitägigen Polenfahrt das Stammlager sowie das Vernichtungslager Birkenau besucht. Er wolle "ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus setzen", lautete die Begründung der Reise, die schon im Vorfeld für jede Menge Wirbel gesorgt hatte. Grund: die AfD.

Da Rhein während der Planungen zunächst von einer "Reise des Ältestenrats" gesprochen hatte und in diesem Gremium auch AfD-Politiker sitzen, hatte sich schnell Widerstand formiert. Es drohte ein Eklat.

In der Ruhe der Sommerpause schrumpfte die Reisegruppe dann auf eine Unternehmung des Landtagspräsidenten und seiner Stellvertreter zusammen. Offizielle Begründung: Terminkollisionen. Die AfD war außen vor.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 23.08.2019, 16.45 Uhr