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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ministerpräsident Bouffier in hr1: "Die Grundmelodie bleibt: Bleibt zuhause!"

Volker Bouffier

Geschäfte dicht, Weihnachten im kleinen Kreis, keine Böller an Silvester: Am Montag hat das hessische Corona-Kabinett den ab Mittwoch geltenden Lockdown beschlossen. Ministerpräsident Bouffier warnte vor Last-Minute-Shopping.

Ab Mittwoch geht Hessen vom leichten in den harten Lockdown über. "Die Lage ist ernst", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag im hr1-Interview und begründete damit die schärferen Corona-Regelungen, auf die sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag geeinigt hatten.

Unter anderem wurden die über Weihnachten und Silvester geplanten Kontaktlockerungen wieder teilweise zurückgenommen, Geschäfte sollen größtenteils geschlossen bleiben, Kinder sollen nur in Notfällen zur Schule oder in die Kita gehen und der Verkauf von Feuerwerk an Silvester ist untersagt. Die Regelungen, die am Montag vom hessischen Corona-Kabinett abgesegnet wurden, sind vorerst bis zum 10. Januar vorgesehen.

Das sei bitter, weil man eigentlich gehofft habe, dass die bisher geltenden Regeln ausreichten, so Bouffier. Doch die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 ging nicht signifikant zurück - im Gegenteil: Mit einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz über 180 geht die Kurve in Hessen zuletzt wieder bergauf, auch ländliche Bereiche sind stark betroffen.

Bouffier: Sofortiger Lockdown hätte Chaos bedeutet

Bouffier verteidigte im hr-Interview, dass das öffentliche Leben trotz der besorgniserregenden Zahlen erst ab Mittwoch und nicht schon zu Wochenbeginn heruntergefahren wird. So tiefgreifende Veränderungen wie Ladenschließungen bräuchten etwas Vorlauf, sagte Bouffier. "Da müssen die Menschen ein, zwei Tage Zeit haben, um sich darauf vorzubereiten." Ein sofortiger Lockdown ab Montag hätte Chaos bedeutet.

Nicht ganz unberechtigt ist allerdings auch für Bouffier die Sorge, dass die Menschen kurz vor dem Shutdown noch in die Innenstädte strömen werden, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Der Ministerpräsident rief die Menschen in dem Interview zu Besonnenheit auf: "Es müssen jetzt auch nicht alle in die Stadt rennen und die Läden überfluten." Vergangenen Samstag sei auch schon deutlich weniger in den Geschäften los gewesen als sonst vor Weihnachten üblich. "Ich glaube, die Menschen halten sich zurück."

Die Läden des täglichen Bedarfs blieben ja ohnehin geöffnet. "Also man muss jetzt weder Klopapier horten noch Zahnpasta."

Grundmelodie: Bleibt zuhause!

Die Schulen und die Kitas in Hessen bleiben grundsätzlich geöffnet - es soll allerdings möglichst kein Kind dort hingehen. Dafür wird die Präsenzpflicht für Schulen aufgehoben. Angesichts der Winterferien, die in Hessen ohnehin bereits am Samstag beginnen, geht es hier erst einmal nur um drei Tage.

Egal ob Kita oder Schule: Kinder sollen nur kommen, wenn die Eltern die Betreuung nicht anders regeln können. Notfalls könnten an Schulen auch am Donnerstag noch Klausuren geschrieben werden, die für Abschlüsse notwendig seien, sagte Bouffier: "Aber die Grundmelodie bleibt: Bleibt zuhause!"

Hotels für Familienbesucher offen

An den Regelungen für Hotels soll sich in Hessen Bouffier zufolge nichts ändern: Sie bleiben für Geschäftsreisende geöffnet, nicht aber für Touristen. Über Weihnachten, sagte Bouffier, sollen Familienbesucher aber in Hotels übernachten können. Das sei epidemiologisch auch besser, als wenn bei der besuchten Verwandtschaft auf dem Sofa geschlafen werde. Außerdem erwarte er ohnehin "keine große Reisetätigkeit", betonte Bouffier.

Auch er persönlich werde Weihnachten "ganz anders als sonst" feiern, verriet der Ministerpräsident. Statt der gewohnten Zusammenkunft der Großfamilie werde man dieses Jahr "in sehr kleinem Kreis" zu Hause sein. "Heiligabend sind wir vielleicht zu viert oder zu fünft. Das ist dann auch mal was Neues, aber das muss sein", so Bouffier.

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 8:10 Uhr