Sven Gerich (SPD)

Eine Luxusreise nach Andalusien bleibt für den Wiesbadener Ex-Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) ohne juristische Folgen. Es hatte sich kein hinreichender Tatverdacht wegen Vorteilsannahme ergeben.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den früheren Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) eingestellt. Es habe sich kein hinreichender Tatverdacht ergeben, teilte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn am Mittwoch mit. Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung über die Einstellung des Verfahrens berichtet.

Schlammschlacht unter Ex-Freunden

Die Ermittlungen hatten sich um eine Spanien-Reise gedreht, die Gerich gemeinsam mit dem ehemaligen Geschäftsführer der kommunalen Holding, Ralph Schüler (CDU), 2014 unternommen hatte. Es stand der Verdacht der Vorteilsannahme im Raum. Der inzwischen freigestellte Manager Schüler hatte sich selbst angezeigt. Kurz nach Bekanntwerden der staatsanwaltlichen Ermittlungen Anfang 2019 hatte Gerich angekündigt, bei der Oberbürgermeisterwahl im Mai nicht wieder anzutreten. Zwischen den ehemaligen Freunden Gerich und Schüler entwickelte sich eine regelrechte Schlammschlacht, Gerich hatte im Januar von einer Schmutzkampagne gegen seine Person gesprochen.

Gericht: Nicht nachweisbar, wer gezahlt hat

"Insbesondere belegen die umfangreich getätigten Ermittlungen keinen tatsächlichen Vorteil auf Seiten von Herrn Gerich", erklärte Kuhn. Es sei nicht nachweisbar, dass eine Person im Wesentlichen die Kosten des Urlaubs getragen habe. Außerdem sei die Reise nach Andalusien bereits Ende 2013 geplant worden - zeitlich weit vor der Berufung des Managers an die Spitze einer städtischen Gesellschaft.

Die FAZ berichtet, dass Schüler sich gegenüber der Zeitung positiv über die Entwicklung bei der Andalusien-Reise geäußert hatte: Er habe schon in seiner Selbstanzeige auf die Harmlosigkeit seiner Einladung an Gerich verwiesen.

Sendung: hessenschau, hr-fernsehen, 09.10.2019, 19.30