Pferde auf einer neuen Auslauffläche des Landgestüts Dillenburg
Pferde auf einer neuen Auslauffläche des Landgestüts Bild © picture-alliance/dpa

Vor einem Jahr wollte die Landesregierung das Hessische Landgestüt in Dillenburg aus Tierschutzbedenken schließen - und gab den Plan nach heftigen Protesten auf. Jetzt sollen die Pferde mehr Auslauf, bessere Ställe und einen mehrwöchigen Sommerurlaub bekommen.

Wie lassen sich die Pferde des Hessischen Landgestüts artgerecht in denkmalgeschützten Gebäuden mitten in Dillenburg (Lahn-Dill) halten? Diese Frage soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern unter anderem von Land, Stadt und Pferdeexperten im Auftrag von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) beantworten. Die ersten Lösungsansätze liegen nun auf dem Tisch.

Landgestüt Dillenburg
Ein Gespann verlässt den Trainingsplatz des Landgestüts. Bild © picture-alliance/dpa

Zum einen sollen die Pferde der Traditionseinrichtung zusätzliche Auslaufflächen bekommen. Eine 250 Quadratmeter große Fläche wurde bereits geschaffen, weitere Ausläufe von fast 1.000 Quadratmetern seien in Vorbereitung, berichteten Hinz und Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz (CDU) am Dienstag in der mittelhessischen Stadt. Zum anderen sollen die Ställe großzügiger gestaltet werden. Die Pferdeboxen werden nicht nur größer, sondern sollen den Tieren auch ermöglichen, untereinander Kontakt zu haben.

Sommeraufenthalte beim Kooperationsbetrieb

Außerdem wurden die Bewegungspläne für die Schulpferde des Landgestüts verbessert. Einzelne Tiere sollen künftig auch mehrwöchige Sommeraufenthalte auf der Weide eines Kooperationsbetriebs ermöglicht werden. "So können wir den Reit- und Fahrbetrieb im Gestüt aufrechterhalten", sagte Hinz. Der Tierschutz habe dabei oberste Priorität.

Landgestüt Dillenburg
Die Ställe des Landgestüts Dillenburg sollen großzügiger werden. Bild © picture-alliance/dpa

Auch für die Mitarbeiter des Gestüts hatte die Umweltministerin eine gute Nachricht: Alle Arbeitsplätze blieben erhalten, schließlich seien die erhöhten Anforderungen an das Tierwohl sehr personalintensiv.

Drei Hengste noch nicht verkauft

Im vergangenen Sommer hatte das Land zunächst beschlossen, sein Gestüt zu schließen und dies mit Tierschutzbedenken wegen fehlender Auslaufflächen begründet. Nach heftigen Protesten gab das Umweltministerium die Pläne auf, entschied aber, dass die Hengsthaltung und damit die Zucht aufgegeben werden muss.

Für Stuten und Wallache, die im Unterschied zu den Hengsten auch in Gruppen gehalten werden können, könne der regelmäßige Auslauf leichter realisiert werden, so die Begründung. Ein Großteil der Hengste wurde inzwischen bereits verkauft. Bei den letzten drei Hengsten liefen die Verkaufsverhandlungen noch, sagte Hinz.

Sendung: hr-iNFO, 31.07.2018, 12.00 Uhr