Michael Roth will mit Christina Kampmann die erste Doppelspitze der SPD werden.

Der osthessische Bundestagsabgeordnete Michael Roth ist aus dem Rennen um den SPD-Vorsitz ausgeschieden. Zusammen mit Teampartnerin Christina Kampmann landete er auf dem dritten Platz und verpasste damit die Stichwahl.

Seit dem frühen Samstagmorgen waren in der SPD-Zentrale in Berlin die Stimmen des Mitgliederentscheids über den künftigen SPD-Vorsitz ausgezählt worden, am Abend wurden im Willy-Brandt-Haus die Gewinner verkündet: Vizekanzler Olaf Scholz und Klara Geywitz ( 22,68 Prozent) sowie das Duo Nobert Walter-Borjans und Saskia Esken ( 21,04 Prozent) haben demnach den Sprung in die Stichwahl geschafft. Der einzige Hesse im Rennen um den SPD-Vorsitz war Michael Roth, Bundestagsabgeordneter und Staatsminister für Europa aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg. Er landete mit seiner Teampartnerin Christina Kampmann, der früheren NRW-Familienministerin, nur auf dem dritten Platz. Das Duo erhielt 16,28 Prozent der Stimmen.

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Generalsekretär, Staatsminister, Kandidat

Michael Roth, Jahrgang 1970, stammt aus dem osthessischen Heringen (Hersfeld-Rotenburg), studierte Politologie bis zum Diplom in Frankfurt und landete rasch in der praktischen Politik. Vize-Bundesvorsitzender der Jusos war er, Generalsekretär der Hessen-SPD und Landtagsabgeordneter. Seit 1998 ist er mit Direktmandat Bundestagsabgeordneter (Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg) und seit 2013 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Dem SPD-Bundesvorstand gehört er auch an.

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Rund 53 Prozent der SPD-Mitglieder stimmten ab

"Leider haben wir die Stichwahl verpasst", twitterte Roth am Abend und bedankte sich für die den Zuspruch, den er im Team mit Kampmann bekommen hatte. 53,3 Prozent der gut 425.000 Mitglieder hatten an der Abstimmung teilgenommen, insgesamt waren das rund 226.700 Mitglieder. Die Suche nach einem neuen SPD-Vorsitz war nötig geworden, nachdem die damalige Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles Anfang Juni zurückgetreten war. Die Kandidaten tourten in 23 Regionalkonferenzen durch Deutschland. Seit Mitte Oktober konnten die Sozialdemokraten für die am Ende noch sechs Kandidatenduos abstimmen, online oder per Brief.

Leider haben wir die Stichwahl verpasst. Trotzdem möchten wir uns von ganzem Herzen bei Euch da draußen für Euren Zuspruch bedanken. Wir haben dem Verfahren mit einem fairen und attraktiven Angebot unseren Stempel aufgedrückt. Gemeinsam mit Euch und mit #herzundhaltung . Danke.

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Nach dem Rücktritt von SPD-Chefin Andrea Nahles hatten Roth und Kampmann im Wettbewerb um den Parteivorsitz überraschend und als erste ihren Hut in den Ring geworfen. Dann überraschten sie weiter: Erst mit einem einschneidenden Programm zur Parteireform und danach mit ihren Auftritten beim Kandidaten-Schaulaufen vor der Mitgliederbefragung. "Wir wollen der SPD nicht nur gute Inhalte bringen, sondern auch Frische und Hoffnung vermitteln", hatte Roth in einem Interview dem hr gesagt und betont: "Im Wettbewerb um den SPD-Bundesvorsitz setzte ich nicht auf Platz, sondern gemeinsam mit Christina Kampmann auf Sieg."

Doch um den Sieg werden nun zwei andere Duos kämpfen: Klara Geywitz und Olaf Scholz sowie Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Für die Entscheidung zwischen den verbliebenen Kandidaten haben nun erneut die SPD-Mitglieder das Wort. Vom 19. bis 29. November findet die Stichwahl statt. Formal gewählt werden die neuen Vorsitzenden dann auf dem Bundesparteitag vom 6. bis 8. Dezember in Berlin.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 26.10.2019, 19.30 Uhr