Lukas Schauder (Die Grünen) im Plenarsaal des hessischen Landtags

Lukas Schauder ist 22 Jahre und damit der jüngste Abgeordnete im neuen Landtag. Gleich bei der ersten Landtagssitzung am Freitag hatte der Jura-Student eine wichtige Rolle.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bad Sodener Jura-Student ist jüngster Landtagsabgeordneter

Lukas Schauder, Bündnis 90/Die Grünen
Ende des Audiobeitrags

Als er zum ersten Mal seinen neuen Arbeitsplatz betrat, war er schon beeindruckt. "So ein Parlament hat ja schon eine besondere Würde und wenn man dann im Heiligsten der Demokratie steht - im Plenarsaal, wo die Debatten geführt werden - dann ist das ein besonderer Ort, der einen nicht kalt lässt", sagt Lukas Schauder (Grüne). Der 22-jährige Bad Sodener, der im siebten Semester in Frankfurt Jura studiert, ist der jüngste Abgeordnete im neuen hessischen Landtag.

Bei der konstituierenden Landtagssitzung am Freitag saß Schauder mit seinem Grünen-Kollegen und zweitjüngstem Abgeordneten Felix Martin sogar gleich als Schriftführer im Präsidium.

"Positive Veränderungen sind möglich"

Politisch interessiert sei er schon als Kind gewesen, sagt Schauder. Politisch aktiv wurde er dann 2011 als Teenager. Auslöser seien die Umweltkatastrophen um die Erdölplattform Deepwater Horizon 2010 und das japanische AKW Fukushima 2011 gewesen, sagt Schauder. Das habe ihn wachgerüttelt.

Bei Anti-AKW-Demos lernt er Grüne kennen und wird Mitglied der Grünen Jugend in Kelkheim. Später wird er Mitarbeiter im Wahlkreis der Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche. Seit der Kommunalwahl 2016 sitzt Schauder im Kreistag des Main-Taunus-Kreises. Was ihm am Politikerleben reizt? "Ich bin fest davon überzeugt, dass positive Veränderungen möglich sind. Ich habe ein Bild von einer Gesellschaft, in der jeder Mensch seine Persönlichkeit ausleben kann, frei von Diskriminierung", sagt er.

Gegen die einfachen Antworten der Populisten

Extremismus, Populismus, Politikverdrossenheit - das sind Themen die Schauder schon seit Längerem beschäftigen. Dagegen will er etwas tun. Damit will er sich inhaltlich auseinandersetzen. Klimawandel, Rente, Digitalisierung - die Menschen wollten wissen, wie es da weiter gehe in den nächsten Jahren, sagt Schauder. Da nehme er viel Unsicherheit und Ängste wahr. Das mache es wiederum denen leicht, die einfache Antworten lieferten, wie in seinen Augen die AfD.

"Für mich war es ein Dammbruch, als diese rechtspopulistische und rechtsextreme Partei 2017 in den Bundestag einzog. Das habe ich mir als Kind nie vorstellen können, dass wieder Neonazis im Bundestag sitzen würden. Das war ein echter Schock", sagt er.

"Man muss erklären, wofür man steht", sagt er. Dann könne man Politikverdrossenheit auch wieder eindämmen, glaubt Schauder. Er hat sich als Ziel gesetzt, mit den Menschen noch mehr ins Gespräch zu kommen und ihnen seine Arbeit im Landtag zu erklären. "Wir haben es als Grüne geschafft bei der vergangenen Wahl, die stärkste Partei bei den Unter-30-Jährigen zu sein. Ich möchte gerne dazu beitragen, dass wir auch in fünf Jahren die stärkste Partei in dieser Wählergruppe sind", sagt er.

Neue Konzepte und Formate für Social Media

Besonders wichtig sei ihm, junge Menschen anzusprechen. "Wir wollen eigene Konzepte und Formate entwickeln, um junge Menschen in den Sozialen Medien anzusprechen. Ich glaube da ist noch ein großer Bedarf", glaubt Schauder.

Videobeitrag

Video

zum Video Hessens junge Abgeordnete

hs
Ende des Videobeitrags