Nancy Faeser und Thorsen Schäfer-Gümbel
Thorsten Schäfer-Gümbel und Nachfolge-Kandidatin Nancy Faeser Bild © picture-alliance/dpa

Die Generalsekretärin der Hessen-SPD, Nancy Faeser, will Parteivorsitzende werden. Sie wolle im November für den Posten kandidieren, gab sie am Donnerstag bekannt. Der bisherige Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel hatte kürzlich seinen Rückzug angekündigt.

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Jetzt steht es fest: Nancy Faeser wird beim SPD-Landesparteitag im November für den Parteivorsitz kandidieren. Das gab die Generalsekretärin am Donnerstag nach einer Sitzung des Landesvorstandes in Butzbach (Wetterau) bekannt.

"Es warten große Aufgaben"

Sie habe sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Faeser. "Auf jede und jeden, die oder der Thorsten Schäfer-Gümbel nachfolgt, warten große Aufgaben." Die derzeitige Generalsekretärin der Hessen-SPD gilt als Favoritin für den Posten als Landesvorsitzende. Die 48-Jährige ist die Wunschkandidatin Schäfer-Gümbels.

Ich habe heute Abend im Landesvorstand erklärt, dass ich im November als Landesvorsitzende der SPD in Hessen kandidieren werde. #SPDHessen

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Sie wolle "ein Stück weit Kontinuität, aber auch ein Stück weit Neuanfang bieten", sagte die gelernte Juristin in der hessenschau. So habe sie mit Schäfer-Gümbel jahrelang ausgezeichnet zusammengearbeitet, etwa bei den Themen Mobilität, Bildungsgerechtigkeit und bezahlbarer Wohnraum.

Thema Klimaschutz auf der Agenda

"Ich glaube aber auch, dass man das um das Thema Klimaschutz erweitern muss, weil die Menschen zu Recht fragen: Wie entwickelt sich diese Welt für unsere Kinder", kündigte Faeser an, als mögliche Parteichefin ihren eigenen Weg zu gehen.

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Hessens SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rascher als erwartet wirft Nancy Faeser ihren Hut in den Ring

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Dass es nicht leicht werde, sei ihr bewusst, so die innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. Für sie spreche das Ergebnis der letzten Kommunalwahl. "Ich habe bei der letzten Kommunalwahl mit Abstand das beste Ergebnis in meiner Stadt geholt", führte die Schwalbacherin (Main-Taunus) an. Das mache sie zuversichtlich, die Partei auch im Land wieder nach vorn zu bringen. Die SPD war bei der Landtagswahl im Oktober 2018 hinter CDU und Grünen mit 19,8 Prozent nur noch drittstärkste Kraft geworden.

Faeser oder Roth oder Feldmann oder... ?

Neben Faeser ist auch der osthessische Bundestagsabgeordnete Michael Roth als möglicher Parteichef im Gespräch. In Berlin ist er Staatsminister im Auswärtigen Amt, er sitzt zudem im Landesvorstand der Partei. Die Jungsozialisten könnten sich auch die Oberbürgermeister Peter Feldmann (Frankfurt), Felix Schwenke (Offenbach) oder Thomas Spies (Marburg) an der Spitze der Landespartei vorstellen.

Schäfer-Gümbel hatte Mitte März angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen. Der 49-Jährige will im Laufe des Jahres alle politischen Funktionen und Posten niederlegen und zum 1. Oktober als Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn (Main-Taunus) wechseln.